Hochzeit in Kolumbien 14


Nachdem ich im Juli 2006 meinen sozialen Dienst in Kolumbien abgeschlossen hatte, kam ich wieder zurück nach Deutschland. Keine zwei Wochen nachdem ich nun wieder zuhause war besorgte ich mir gleich wieder ein Ticket nach Kolumbien, um am 18. Dezember 2006 wieder für 2 Wochen zurückzufliegen.

Nun ging es los…

Mein Wecker weckte mich pünktlich am 18. Dezember 2006 um 4.30 morgens auf. Endlich würde ich wieder nach Kolumbien fahren. Meine Müdigkeit kam gegen meine Freude nicht mehr an, sodass ich wirklich voller Energie war. Meine Tasche hatte ich am Tag zuvor schon fertig gepackt und am Flughafen eingecheckt. Somit hatte ich mir ein wenig Stress gespart. Mein Nachbar Thomas fuhr mich dann zum Bahnhof, wo ich mich dann mit meinem Bruder Martin und seiner Freundin Andrea getroffen habe. Die waren zu unserer Hochzeit eingeladen und hatten sich dazu entschlossen ihren Urlaub dieses Jahr das erste Mal in Lateinamerika zu verbringen. Sie hatten ebenfalls schon alles am Tag zuvor erledigt. Mit unseren Rucksäcken fuhren wir also mit der S-Bahn zum Münchner Flughafen.

Dort angekommen tranken wir noch einen Cafe und checkten dann mit unserem Handgepäck ins Terminal ein. Unser erster Flieger der Air France brachte uns dann gleich ohne Zwischenfälle nach Paris. Andrea flog das erste Mal so dass das schon mal eine kleine Prämiere gewesen ist. Nachdem sie ca. 50 Fotos von den Wolken aus dem Flugzeug geschossen hatte, landeten wir in Paris. In diesem Moment realisierte ich erst wirklich, dass ich unterwegs war… unterwegs in das Land in dem ich ein Jahr gelebt, und seit 5 Monaten nicht mehr gesehen hatte. (Vorgeschichte hier lesen)

Von Paris ging es dann weiter direkt nach Kolumbien / Bogotá. Jedoch dauerte dieser Flug ca. 12 Stunden. Ich hatte versucht irgendwie zu schlafen, was mir allerdings nur anfänglich gelungen ist. Meine Aufregung steigerte sich mit jedem Kilometer den wir uns Bogotá näherten. Endlich war es soweit, und das Flugzeug setzte endlich auf lateinamerikanischem Boden auf und Kolumbien begrüßte uns mit einem Sonnenstrahl.

Ankunft in Kolumbien

Es war ca. 5 Uhr nachmittags als wir ankamen. Nachde wir das Flugzeug verlassen hatten wurden noch unsere Pässe kontrolliert. Für jemanden der kein spanisch spricht ist es ziemlich schwer sich am Flughafen zu verständigen, denn die Englischkenntnise sind sehr schlecht. Schließlich kamen wir ohne Probleme durch die Kontrolle. Nachdem wir unser Gepäck dann nach 20 Minuten Warten vom Fließband nahmen, wurde dieses dann kurz vorm Ausgang noch einmal kontrolliert.

Als ich wusste, dass ich nun den Flughafen verlassen würde, und in ein paar Sekunden alle Gesichter wieder sehen würde welche mich damals ein Jahr lang begleitet hatten, wurde mir auf einmal sehr warm.

Ich näherte mich dem Ausgang und dann sah ich schon alte bekannte Gesichter. Sie wanken mir zu. Die Glastür öffnete sich automatisch. Ich sah Catalina. Ohne die anderen zu beachten rannte ich erst einmal auf sie zu und umarmte sie erst mal richtig. Mehrere Minuten blieb die Situation unverändert bis ich dann schließlich noch die ganze Familie begrüßt hatte. Ich stellte allen meinen Bruder und Andrea vor, welche sich nur wegen der Hochzeit über den atlantischen Ozean begeben hatten. Alle waren froh, dass alles gut lief. Auch Fatih, ein guter Freund aus Deutschland der schon öfter in Kolumbien war, war ebenfalls da am Flughafen um uns zu begrüßen.

Am selben Abend noch hatten wir uns alle bei Catalina zuhause unterhalten. Es gab schließlich viel zu erzählen. Ich hatte meine ehemalige Gastmutter angerufen wo ich damals in meinem Austauschjahr gewohnt hatte. Ich fragte sie ob es OK sei, dass ich mit meinen Gästen bei ihr ein paar Tage übernachten könne. Da meine Mutter und Marijana in zwei Tagen auch nach Kolumbien zur Hochzeit kommen würden, mussten wir zwei Betten freihalten. Also ging es nun zu Paulina, meiner Ex-Gastmutter die uns mit offenen Armen empfing. Die darauf folgenden 4 Nächte verbrachten wir dann also bei Ihr. Nichts hatte sich in diesem Haus verändert, so dass ich mir gleich wieder wie zuhause vorkam.

In den ersten Tagen…

In den ersten Tagen (18. – 21 Dezember´06) haben wir hauptsächlich Andrea und Martin etwas von Bogotá gezeigt. Wir waren im Zentrum, sind in den Bussetas und Transmilenio gefahren, haben die Altstadt besichtet und noch vieles mehr.

Währenddessen habe ich mich natürlich auch schon mal wegen den Ringen umgesehen. Im Zentrum sind sie zwar billig, aber mir hat leider kein einziger gefallen. Ich dachte mir lieber kaufe ich einen der teurer ist, mir aber auf Anhieb zu hundert Prozent gefiel. Schließlich sind das Ringe die man das ganze Leben trägt. Und so war es dann schließlich auch. Wir sahen ein Paar in Gold welches uns gefiel.
Allerdings hatte ich noch eine Bedingung. Ich wollte dass der Ring von ihr einen Stein hat. Innerhalb von 2 Tagen haben sie die Größe der Ringe angepasst, sie graviert und hinzu noch den Stein eingearbeitet.

Wir hatten immer eine gute Stimmung. Abends wurde gekocht, danach Salsa getanzt, Poker gespielt oder einfach nur erzählt, denn schließlich stießen hier zwei verschiedene Kulturen aufeinander was bei vielen ein großes Interesse weckte. Mit der Kommunikation hat das auch super geklappt. Unterhalten wurde sich immer irgendwie. Manche von uns wurden auch immer als Übersetzer gebraucht und wenn mal grad keiner von diesen da war, hatte man sich mit Händen und Füßen unterhalten. War manchmal sehr lustig anzusehen ;)

Zwei Tage später (am 21. Dezember´06) kamen dann meine Mutter und Marijana in Bogotá an. Die hatten eine wirklich sehr sehr anstrengende Reise. Im Gegensatz zu uns, hatten die zwei eine Wartezeit von 14 Stunden in Paris. Ich hatte mich damals beim Kauf der Tickets einfach vertan und habe das gar nicht gemerkt. Aber sie hatten das gut überstanden, obwohl ich mir im Nachhinein immer noch Einiges anhören durfte ;)
Wir brachten sie dann zu Catalina nach Hause wo auch schon das Zimmer mit den Betten fertig bereitstand. Meine Mutter wollte sich dann nach dieser Reise ein wenig ausruhen. Da wir die Ringe an diesem Abend abholen mussten, musste ich am gleichen Abend noch mal ins Einkaufszentrum, da wollte Marijana auf jeden Fall mitgehen. Da sah sie dann das erste Mal wie das in Bogotá mit den Bussetas läuft. Den Gesichtsausdruck werde ich nie vergessen.


Der 22. Dezember 2006 – Hochzeitstag

Erstaunlicherweise konnte ich ziemlich gut schlafen. Catalina sollte ich nun bis zum Zeitpunkt in der Kirche nicht mehr sehen. Und so war es auch wirklich. Ich habe die Zeit dann mit den anderen verbracht während sich meine Zukünftige den ganzen Tag fertig machen musste. Ich konnte mir echt nicht vorstellen für was eine Braut da so lange braucht. Das sind eben die Geheimnisse der Frauen :)

Ich hatte mir die ganze Zeit Stress gemacht, dass ich in der Hochzeit irgendwas falsch mache oder irgendwas nicht verstehe oder das einfach irgendwas passiert. Aber ich glaube das macht sich jeder Mensch vor so einem wichtigem Ereigniss.

Irgendwann habe auch ich mich dann umgezogen. Den Anzug habe ich extra anfertigen lassen als ich damals noch mein Austauschjahr in Kolumbien hatte. Den hatte ich dann nur noch abholen müssen. Dann bekam ich noch ein paar letzte Schritte in Salsa beigebracht von Henry, meinem zukünftigen Schwager. Alle machten sich dann fertig.
Um ca. 16 Uhr wurden wir dann abgeholt um Fotos zu machen, allerdings erstmal ohne Braut. Die Fotos wurden dort gemacht, wo später die Feier stand finden würde, allerdings wollte man die Fotos noch machen als es hell war.

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Nachdem das Shooting dann vorbei war, fuhren nur ich und meine Mutter in die Kirche. Die anderen blieben dort um das gleiche Shooting noch mal mit der Braut zu machen.


Wartend in der Kirche…

Dann kam ich bei der Kirche an. Es war die Kirche wo meine sie damals getauft wurde. Und wie man es vom Film kennt, der Bräutigam wartet … und wartet… und geht eine Linie rauf und runter rauf und runter und wartet auf die Braut. Die Kirche füllte sich allmählich und ich bekam ein komisches Gefühl. Ein Gefühl, wissend das alle Leute die da sitzen nur wegen einem Grund da sind – Nur um uns beide zu sehen. Ich konzentrierte mich nun auf etwas Anderes. Man erklärte mir noch mal wie das ganze nun verlaufen würde, wer wo steht und wer wo wann was macht.

Meine Mutter stand neben mir. Ich sah mich um. Viele bekannte Gesichter. Aber auch viele Unbekannte. Ich war sehr nervös. Ständig wackelte ich mit meinem Bein um meine Nervosität unter Kontrolle zu halten. Meine Hände hielt ich ineinander vor meinem Körper um eleganter zu wirken. Obwohl es nur Minuten waren, kam es mir lange vor. Die Musik ertönte welche zugleich mein Startsignal war. Die Zeremonie begann indem ich nun mit meiner Mutter im Arm auf dem mittigen Gang in der Kirche in Richtung Altar ging. Dort drehte ich mich um zur Eingangstür…


Als ich Sie in weiß sah

…Da sah ich schon meine Braut komplett in weiß. Da stand sie mit ihrem Vater. Dann ertönte die Hochzeitsmusik und sie gingen langsam Schritt für Schritt auf mich zu. Ich kam ihnen Schritt für Schritt entgegen. Wir trafen uns in der Mitte und gab Catalinas Vater die Hand. Er überreichte mir seine Tochter. Jetzt gingen wir Hand in Hand in Richtung Altar. Alle sahen uns an. Ich konnte die Blicke direkt spüren. Als wir ankamen stand der Pfarrer bereits da, und bat alle sich hinzusetzen.

Ich sah ihr noch einmal in die Augen. Diese Frau in weiß, würde mir nun in wenigen Minuten versprechen ein Leben lang an meiner Seite zu stehen. Wir lächelten uns an. Die Zeremonie nahm ihren Lauf…
Nach ca. 45 Minuten gaben wir uns das Ja-Wort:

“Yo Dominic, me entrego a ti Catalina como esposo, y te recibo como mi esposa. Prometo serte fiel en la alegria y en el dolor, en el salud y en enfermedad, para amarte y respetarte todos los dias de nuestra vida“

Das Gleiche laß sie nun für mich vor, und der Pfarrer erklärte uns somit zu Mann und Frau.

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Als ich mich umdrehte waren auf einmal mehr Leute da. Anfangs war die Kirche nicht voll, doch auf einmal standen sie bis draußen um der Zeremonie zu folgen. Freunde, Bekannte und noch weitere Familienmitglieder erschienen um uns zu gratulieren. Wir bedankten uns bei jedem der kam.

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Jedoch stiegen wir zügig ins geschmückte Auto und fuhren zu dem Ort, wo die anschließende Feier stattfinden sollte, im Museo del Chico.


Die Feier

Das „Museo del Chico“ ist eine Burg. Innerhalb dieser Burg befindet sich ein Park der nur so vor grünem Leben strotzt. Mitten in dieser stolzen Landschaft hatten wir ein Haus gemietet wo die Feier unserer Hochzeit stattfand.
Dort angekommen warteten schon die ersten Gäste. Viele wurden nur direkt zur Feier eingeladen da in der Kirche nicht so viel Platz war. Catalina und ich gingen rein ins Haus und stellten uns vor die Eingangstür wo wir dann jeden Einzelnen begrüßt haben und uns nochmals bedankt haben dass sie gekommen waren. Schließlich kamen 120 Leute. Als dann alle an ihren vorgeschriebenen Plätzen saßen, machten wir an allen Tischen Fotos mit den Gästen.

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Zwei Angestellte haben die Hochzeit sowie die Feier mit Fotos und Videos dokumentiert und festgehalten. Die ganze Zeit, also in der Kirche, in der Feier und beim Tanzen haben sie uns unauffällig fotografiert und gefilmt. Da bin ich selbst mal gespannt wie das am Ende wird.

Der Abend nahm seinen Lauf. Einerseits hatte ich ein schlechtes Gewissen das wir nicht genug Zeit hatten uns richtig mit den Gästen zu unterhalten andererseits hoffte ich auf deren Verständnis.

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Viel zu oft ging es zum Tanzen, Fotos machen und um kleine Smalltalks zu führen.
Nachdem wir das Drei-Gänge-Menü serviert bekommen haben und wir den ganzen restlichen Abend mit Tanzen verbracht hatten, ging die Feier um ca. 2 Uhr zuende

Warum so früh? Catalina und ich hatten zwei Tickets nach Santa Marta (Kolumbien) gebucht. Nachdem wir uns auch noch von den letzten verabschiedet hatten, kamen wir schließlich um 3 Uhr zuhause an. Somit hatten wir eigentlich gar keinen Schlaf mehr. Aber das war nicht schlimm denn in 3 Stunden würden wir zu zweit an die Karibikküste fliegen. Meine Mutter, Marijana, Martin, Andrea und Cata´s Familie blieben in Bogotá.


Santa Marta

Pünktlich am Flughafen „El Dorado“ von Bogotá angekommen, warteten wir auf unseren Flieger. Mit der Fluggesellschaft Avianca reist man übrigens sehr sicher.
Nach ca. 2 Stunden Flug kamen wir schließlich in der tropischen Hitze an, in Santa Marta. Dort wurden wir vom Personal des 5-Sterne-Hotels Irotama mit einem Shuttle-Bus abgeholt. Es verlief alles sehr zügig und problemlos.
Das Hotel machte im ersten Moment gar nicht so den Eindruck als wäre es ein Hotel, denn unser „Apartment“ das wir bekamen stand direkt vor dem Strand, sprich wir machten die Tür auf und der Strand lag zu unseren Füßen. Mit unserer All-inclusive – Karte haben wir dann das Leben dort sorglos in vollen Zügen genossen.

Morgens aufgestanden gab es immer ein Buffet zum Frühstück. Eine Riesen Auswahl wie z.B. frische Früchte, Brötchen, Cornflakes, Eier gemacht so wie man sie wollte, frische Fruchtsäfte, Müsli und noch kolumbianische Spezialitäten, ließ den Tag schon einmal super starten. Danach verschlug es uns meistens gleich an den Strand.


Weihnachten

Es war der 24. Dezember 2006 und wir waren nun schon 2 volle Tage verheiratet. An diesem heiligen Abend stand uns ein sehr elegantes exklusives Essen bevor. Wir machten uns für diesen Event im Hotel natürlich zurecht und kleideten uns dementsprechend. Um ca. 8 Uhr gingen wir auf diese Veranstaltung. Es wurden Esstische und Stühle am Pool aufgestellt und das Ambiente weckte das Gefühl von High-Society. Tische, Stühle, Umgebung waren dementsprechend geschmückt und im Hintergrund läutete eine Live-Band mit kolumbianischer Musik ein. Unser persönlicher Kellner wies uns zu unserem Tisch. Eine Flasche Wein wurde uns geöffnet. Ja man gab mir sogar den Korken in die Hand und ich Nooby wusste natürlich nicht was ich damit machen solle bis mir meine Frau sagte das er mir diesen gab um daran zu riechen.
Dann wurden uns die drei Gänge serviert. Als Vorspeise gab es ein Gericht zubereitet aus der Frucht Papaya mit einer Soße, Salat und Huhn. Die Hauptspeise bestand aus mehreren übereinander liegenden Fleischsorten mit einer süßen Soße, Platano und Paprika. Zu guter letzt kam der dritte Gang. Ein Gebäck mit Maracujasoße. Das Essen war wirklich ein Königsessen. Überhaupt der ganze Abend verlief sehr angenehm und lustig. Nachdem ich dann überzeugt wurde noch ein wenig auf der Tanzfläche zu tanzen, genossen wir noch den restlichen Abend. Ein solches Weihnachten hatte ich zuvor auch noch nicht.


Zurück nach Bogotá und gleich wieder raus…

Es kam der Tag an dem wir wieder zurück nach Bogotá mussten. Am 27. Dezember kamen wir am Nachmittag wieder in der kolumbianischen Hauptstadt an. Dort warteten bereits die Eltern meiner Frau, meine Mutter, Marijana und Henry, mein Schwager. Auf dem Weg vom Flughafen nach Hause erzählten wir uns gegenseitig was alles in den letzten Tagen so passiert war. Beide Seiten hatten viel zu erzählen.

Am Abend saßen wir alle noch zuhause, rauchten Wasserpfeife, hörten Musik und zeigten allen die Fotos von Santa Marta.
Nach einem Tag Aufenthalt in Bogotá ging es auch schon weiter. Alle, also wirklich alle packten ihre Sachen, luden sie auf den Jeep und weiter ging es am nächsten Tag nach Girardot.

Girardot, die Stadt wo alles begann. Als ich damals in Kolumbien als Exchangee ankam gab es ein Einführungscamp von der Organisation ICYE Colombia in diesem Ort. Dort lernte ich am zweiten Tag meine jetzige Frau kennen.

Diese Kleinstadt liegt ca. 3-4 Stunden entfernt von der Hauptstadt. Und man möge es kaum glauben, denn diese 3-4 Stunden Entfernung schaffen es das sich die Durchschnittstemperatur von bogotanischen 20 Grad, auf ca. 40 Grad ändert, und das nur bei ein paar Stunden Fahrt. Auf dem Weg merkt man von Minute zu Minute wie sich das Klima kontinuierlich änderte.

Doch was war unser Ziel? Unser Ziel war das Hotel „Peñalisa“. Dort war ich damals schon einmal zum Ende meines Austauschjahres. Da uns das damals gut gefallen hatte, dachten wir uns, verbringen wir die letzten Tage inklusive Silvester eben dort mit der kompletten Familie.

Als wir ankamen ließen es sich Andrea, Martin und Marijana nicht nehmen am Abend um 8 Uhr noch mal schnell in den Pool zu springen, denn warm genug war es ja. Alle waren eigentlich recht begeistert von der Anlage.

In den nächsten Tagen hatte jeder so seinen Spaß. Am Pool sitzen und nichts tun, irgendwann ein Eis schlürfen, dann mal wieder nen Cocktail am Pool genießen und danach ließ man sich von der Sonne rotbraun braten.


Silvester

Der 31. Dezember 2006 stand vor der Tür. Aus diesem Grund hat das Servicepersonal auch schon am Nachmittag um 4 angefangen die Bänke und Stühle am Pool abzuräumen um die am Abend stattfindende Party vorzubereiten.

Auch dieser Abend sollte sehr nobel und elegant verlaufen, wenn auch nicht in dem Maße von der Weihnachtsfeier in Santa Marta, aber doch mit Stil.

Das Konfetti lag schon an den Tischen und die passenden Neujahrsmützen mit Pfeife lagen auch schon bereit. Nachdem wir alle fertig gegessen hatten waren es noch 90 Minuten bis zum Jahr 2007.

Kurz vor 12, hatten sich noch mal alle in Stimmung gebracht. Man hörte schon die ersten Knaller. Das Licht ging plötzlich aus und alle fingen an runterzuzählen:

Cinco, cuatro, tres, dos, unooooo – feliz año nueevooooooo.

Hand in Hand mit meiner frisch Vermählten hatte das Jahr 2006 für mich das perfekte Ende genommen, und das Jahr 2007 hatte super begonnen.

Wir feierten, tranken, erzählten und tanzten noch Stunden. Alle lachten und überall wo man hin sah nur glückliche zufriedene Gesichter.

Dann gingen die Leute allmählich. Da wir am nächsten Tag nach hause fahren mussten, gingen wir dann auch auf unsere Zimmer.

Diese Tage in Girardot waren wirklich gelungen. Das war noch der krönende Abschluss in Kolumbien. Am nächsten Tag ging es wieder nach Bogotá. Das Gepäck also wieder aufs Dach vom Jeep und los gings, wobei wir an diesem Tag in einen Stau gerieten und somit erst sehr spät am Abend zuhause ankamen.


Abschied

Wir packten unsere Koffer noch am Abend vor dem 2. Januar. Unser Rückflug ging über Venezuela nach Paris und dann nach München. Das lustige war das jeder andere Flugzeiten nach Venezuela hatte. Ich war der erste der Kolumbien um 9 Uhr verlassen musste, also war ich auch der erste der aufgestanden ist. Meine Frau Catalina stand mit mir auf und brachte mich zum Flughafen. Davor verabschiedete ich mich natürlich von ihren Eltern die ich jetzt natürlich so schnell nicht mehr sehen werde.

Dann stieg ich ins Auto und Catalina fuhr mich zum Flughafen. Die Fahrt verlief ziemlich wortlos, was nichts negatives heißen soll. Ich glaube wir dachten zu diesem Zeitpunkt an das Gleiche, nämlich das noch mal weitere 3 Monate des Wartens vor uns liegen, denn das deutsche Konsulat lässt sich mit den Visumantragen sehr viel Zeit.
Wie dem auch sei, wir kamen am Flughafen an, ich checkte ein. Dieses Mal hatte ich mehr Gewicht, da ich für meine Frau schon mal einiges an Gepäck mitgenommen hatte damit sie im März 2007 mehr Platz im Gepäck hat wenn sie nach Deutschland kommt.
Da standen wir nun, oder besser gesagt saßen. Wir saßen im Cafe Juan Valdez und tranken noch etwas miteinander. Überrachenderweise kam ihr cooler Onkel noch zum Flughafen und wollte sich noch mal von mir verabschieden. Er schaffte es die Situation dann doch noch etwas zu lockern so daß der Abschied nicht so schwer fiel.

Schließlich war es Zeit für mich ins Terminal zu gehen. Ich stellte mich an der Schlange an. Es dauerte nicht lange bis es nur noch ein paar Meter zur Tür waren. Ich verabschiedete mich von ihrem Onkel Augusto. Dann drehte ich mich und umarmte sie noch einmal. Es verlief eigentlich ziemlich schnell. Wir wollten keinen Hollywood-Abschied. Wissend das ich sie in 3 Monaten wieder sehen werde nahm ich meine Taschen in die Hände und ging durch die Tür ins Terminal.

Ich flog dann erst mal nach Venezuela/Caracas. Dort wartete ich dann ca. 3 Stunden auf meine Mutter und Marijana, welche den gleichen Flug wie ich hatten nur eben ein wenig zeitversetzt. Der Flughafen von Caracas ist so langweilig, man weiß nicht was man da machen soll. Diese 3 Stunden wollten einfach nicht vergehen.

Dann kamen sie doch endlich an. Von da an hatten wir dann die gleiche Route bis nach München. Der Flug von Martin und Andrea wurde in Bogotá in letzter Minute noch gestrichen, somit mussten sie bis 6 Uhr abends warten, bekamen jedoch dann einen Flug direkt von Bogotá nach Paris und von dort dann nach München. Also alles eigentlich gar kein Problem.

Am Ende kamen wir alle heil und munter im kalten Munich City an. Den Temperaturunterschied merkte man schon. Aber als richtiger Deutscher gewöhnt man sich da schnell wieder dran. Wir wurden alle von jemandem abgeholt und waren alle somit sehr schnell wieder zuhause.


Ankunft in Deutschland

Alles verlief irgendwie so schnell. Man denkt man sei gestern erst los geflogen, doch dann sieht man sich um merkt das man schon wieder in Deutschland ist. Ich weiß noch wie groß meine Vorfreude war.

Doch wie geht es denn nun weiter?

Meine Frau hat von mir alle notwendigen Dokumente bekommen um im deutschen Konsulat ein Visum auf Familiennachzug zu beantragen. Bevor sie allerdings zum Konsulat geht muss sie sich erst mal um einen neuen Pass kümmern und die Hochzeitsdokumente von einem Pfarrer beglaubigen lassen. Mit diesen Dokumenten kann sie dann den Antrag stellen und ab diesem Zeitpunkt dauert es ca. 8-10 Wochen bis das Visum erteilt wird (laut Internetseite).

Das klingt natürlich sehr lang, aber was kann man schon großartig gegen die Bürokratie unternehmen. Außer warten und das notwendige erledigen kann man nichts tun. Es sei das normale Verfahren bei dieser Art von Visa.

Meine Rückkehr nach Kolumbien war ein voller Erfolg. Alles verlief genial. Es hat auch allen gefallen die mit mir geflogen sind und ich möchte mich noch mal bei meiner Mutter, Martin, Andrea und Marijana bedanken das sie mitgekommen sind.


Wie es mal anfing…

Meine Berichte auf mi-viaje.de erzählen meine Geschichte wie es damals dazu kam das ich nach Kolumbien gegangen bin. Niemals hätte ich damals im Jahr 2005 erwartet, dass ich mal einen solchen Bericht mit einem solchen Titel schreiben würde.

Man sieht, es geht also immer irgendwie voran im Leben, selbst wenn es Zeiten gibt in denen es nicht rosig aussieht sollte man alle Möglichkeiten und Chancen nutzen die einem geboten werden.

Ein Zitat von Bruce Lee sagt:

„Man kann dir den Weg weisen, gehen musst du ihn selbst“

Alleine bin ich einen langen Weg gegangen und sehe nun darin meinen größten Erfolg.

Einen Erfolg den man nicht vergisst
Einen Erfolg der hinter mir steht
Einen Erfolg der meinen Ring trägt und meine Hand hält
Stolz kann ich behaupten, „Ich habe gewonnen“

10. Januar 2007, München

14 Kommentare zu “Hochzeit in Kolumbien

  1. Dr. Haze Jan 16, 2010 23:54

    Schöne Story, doch es ist auch ganz schön naiv, schon so frühzeitig und sehr jungem, unreifen Alter zu heiraten, wo man sich doch nach einem Jahr Zusammensein noch nicht wirklich richtig kennt. Dennoch viel Glück!

  2. christian Sep 13, 2009 23:32

    Ich gratuliere Dir,dass Du alles so geschafft hast.Vielleicht könntest Du mir behilflich sein,da ich auch heiraten m?chte in Kolumbien.Was für Dokumente brauche ich dazu,da ich im März oder April 2010 rüberfliegen möchte. Kannst Du mir alles aufschreiben bitte. Danke im voraus. Würde mich freuen wenn ich was von Dir hören würde.Adios.

  3. Olaf Dez 10, 2008 22:17

    Herzlichen Glückwunsch! Auch meine Freundin ist Kolumbianerin. Ich werde Sie in Kolumbien heiraten! Ich freue mich riesig auf diesen Augenblick!

  4. Matthias Herzel Nov 30, 2008 12:50

    nichts schöneres in Kolumbien zu heiraten..da erinnere ich mich an meine….viel Glück

 

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