8 Monate in Kolumbien 19

Bogotá aus Sicht vom MonserateImmer noch so viel Neues…

Kolumbien, immer noch ein Land voller Vorurteile. So viele Dinge die ich super finde, aber auch so viele Dinge die ich nach 8 Monaten immer noch nicht verstanden habe. Aber genau das macht die Sache ja interessant. Manchmal, wenn ich so nachdenke, habe ich mein Leben das ich vor meinem Austausch hatte, voll vergessen. Ich denke gar nicht mehr an meinen alten Alltag in Deutschland. Dann gibts wieder Zeiten da denkt man wieder oft an Zuhause, an seine Freunde und Familie. Ich bin jetzt ziemlich genau 8 Monate hier in Bogotá und immernoch bereue ich keinen einzigen Tag das ich diese Entscheidung für mich getroffen habe. So viele neue Dinge habe ich gesehen, so viele neue Erfahrungen habe ich gesammelt:

Die Menschen


Kolumbien ist so anders als andere Länder wie z.B. in Europa. Angefangen bei den Menschen. Sobald man jemanden trifft, sei es Familienmitglied, Freund oder Bekannter wird man mindestens 3-4 mal gefragt wie es einem geht. Die Kolumbianer haben da mehrere Variationen „wie gehts“ zu sagen:

Como estas?, Que tal?, como vas? Como te ha ido? como te fue? Qomo le va?, Que mas?

Das sind nur einige, mehr fällt mir da jetzt nicht ein. Das Gleiche läuft dann mit dem Abschied:

que te vaya bien, Que estes bien, Cuidate, nos vemos, yo te llamo

Genauso gut gefällt mir, das man einer Person Respekt erweist indem man Señor, Caballero oder für Frauen, señora (señorita) sagt. Im Allgmeinen kann man eigentlich sagen das die Menschen sehr nett sind. Die Mentalität hier is schon anders als in Deutschland.

Transmilenio und die Menschen

Transmilenio in Bogota

Transmilenio in Bogota

Wo ich die Menschen wiederum überhaupt nicht verstehe, ist im Transmilenio, in den Bussen. Dort benehmen sie sich wie Tiere. Ich kenne selbst viele Kolumbianer die den Transmilenio meiden weil es da so zugehen kann: Man betritt die Station und da fängt es schon an. Zwei Personen gehen aufeinander zu. Die normale Reaktion ist, das einer nach rechts ausweicht und im Gegenzug der andere auch ausweicht. Das ist im Transmilenio nicht der Fall, die gehen da stur geradeaus. Das hat mich dann so genervt irgendwann, das ich dasselbe gemacht habe (ja ich weiß, sehr primitives Verhalten). Ich bin einfach nur noch geradeaus gegangen, und somit hab ich mehrere Leute in die Schulter rammen müssen. Und dann hört man auch noch Sprüche „heeeey, was soll das?“.

Wenn man es dann durch geschafft hat, gehts im Bus weiter. Der Bus hält an. Man lässt hier die Leute grundsätzlich nicht aussteigen. Türen gehen auf und die Leute stürmen wie die Tiere rein ohne auf die anderen zu achten. Selbst wenn der Bus RAND-voll ist (ich meine wirklich rand voll, sowas hab ich noch NIE gesehen, die Leute kleben richtig aneinander), stürmen leute noch rein.
Einmal war ich so eingequetscht von einem Mann, das ich gesagt habe: „Entschuldigung, aber ich habe keine Platz, sehen sie das nicht?!“, Mann: „Ist das DEIN bus? Ist das dein Bus?!“ Ich: „Natürlich nicht, aber sie sehen doch das der Bus voll ist, wieso warten sie nicht auf den nächsten?!“ „Ist das dein bus ?!?!“ Es hatte keinen Sinn mit ihm zu reden, völlig stur war er. Ich bin dann in der nächsten Station ausgestiegen und hab genau 1 minute auf den nächsten Bus gewartet, wo dann sogar Sitze frei waren. Wie gesagt, ich kenne genügend Kolumbianer die sich das auch ersparen.
Worüber ich mir lange den Kopf zerbrochen habe ist, wenn jemand von seinem Sitz aufsteht und sich der nächste hinsetzen will, dann setzt er sich nicht gleich hin, sondern besetzt den Platz erst indem er nur daneben steht oder seine Tasche draufstellt und drei Minuten wartet. Dann setzt sich die Person erst hin. Jemand hat mir dann erzählt, das sie deshalb warten, damit die Körperwärme vom vorherigen verweicht. Schon komisch, aber das machen fast alle.
In den Bussetas läuft das auch so ab.. wobei das Prinzip völlig anders abläuft als beim Transmilenio.

Die Busse

Busseta in Bogotá

Busseta in Bogotá

Die sind super praktisch. Allerdings kann es einen am Anfang sehr verwirrend sein. Die Busschilder sind nicht wie in Europa mit einer Nummer. Die Busse haben hier zwar auch eine Nummer, allerdings lohnt es sich nicht 20 Minuten auf die Nummer XXX zu warten. Es fahren so unglaublich viele Busse in Bogotá herum, da kann man einige nehmen die nach hause führen. Die Schilder haben eine Nummer und es stehen die Orte drauf, wo der Bus durchfährt. Die muss man eben kennen. Man hat mir erzählt das es vor der Transmilenio-Zeit noch viel mehr Busse gab, das kann man sich gar nicht vorstellen, da ich jetzt schon finde das es extrem viele sind ;).
Wie läuft das ab mit den Bussen? Ich würde sagen kolumbianisch, total cool. Man stellt sich einfach an den Straßenrand, wartet auf den richtigen Bus, der eben durch meinen Ort fährt, und hält die Hand raus. Der Bus hält, man steigt ein, zahlt 900-1200 Pesos (Preis kommt auf den Bus an) und setzt sich hin und hört der Salsa-Music zu. Man stellt sich vor das das doch gar nicht funktionieren kann, weil doch alle 10 Meter einer stehen könnte der einsteigen will. Nun, wie schon gesagt, so viele Busse, jeder nimmt da einen anderen. Das System funktioniert, es ist einfach so ;)

Taxis

Ab 11 Uhr fährt gewöhnlich kein Bus mehr, und noch später fahren auch keine Busse mehr. Wie kommt man nun vom Partymachen nach Hause. Antwort: Das Taxi. Taxis gibt es sogar noch mehr als Busse und kosten tun sie eigentlich für europäische Verhältnisse auch nicht viel. Prinzip ist das Gleiche, Hand raushalten und dem Taxifahrer sagen wo es hingeht. Fahren tun die wie die verrückten. Aber ich glaube das tun alle Taxi-fahrer auf der Welt. Es ist empfehlenswert in der Nacht ein Taxi telefonisch zu bestellen, das ist sicherer für den Fahrgast da man letztendlich nachvollziehen kann welcher Fahrer, welchen Kunden hatte. Es kostet zwar ein wenig mehr, aber was tut man nicht für seine eigene Sicherheit. Samstag Nachts kostet das Taxi dann noch ein wenig mehr, weil eben Samstag Abend ist.

Verkehrsregeln?

Allgemein zum Verkehr in Bogotá kann ich sagen es ist echt lustig. Ich als Deutscher bin natürlich daran gewöhnt mich an Regeln zu halten. Hier gibt es auch Verkehrsregeln, allerdings werden die hier etwas lockerer genommen. Kreuzung wo normalerweise Recht-vor-Links gilt, heißt es hier: der Stärkere gewinnt. Ampeln werden auch oft mal bei Rot überfahren, vor allem nachts. Viele bleiben zwar stehen, warten dann paar Sekunden ab und fahren dann ganz frech drüber.
Wenn viele Autos an der Ampel auf grün warten, und die Ampel von rot auf gelb wechselt, hupen ALLE Autos wie die verrückten. Das soll kein agressives Zeichen sein, das soll einfach nur das Zeichen dafür sein, das man doch bitte nicht schlafen soll. Die Leute regen sich auch nicht auf wenn man wegen einem hupt. Das Hupen ist wie eine Bitte.
Was mir auch auffällt, der Abstand zwischen den Autos. Die halten hier nur sehr geringen Abstand. Eine andere Sache ist, ich bin es z.B. gewohnt das ich mitten auf der Straße anhalten kann und einparken kann. Auch das geht hier nicht so einfach, und schon gar nicht auf den großen Straßen. Hier hat jedes Restaurant oder sonstiges sein eigenen Parkplatz.
Fahren darf man in der Stadt hier offiziell mit 60 Km/h. In der Nacht gleicht die Autopista (so ne Art Autobahn mitten in der Stadt) einer Rennbahn. Einmal bin ich mit dem Taxi nachhause gefahren, ganze 130 ist er bei erlaubten 60 gefahren. Ich hab ihn dann gebeten langsamer zu fahren, was er auch getan hat. Bisher habe ich gute Erfahrungen mit Taxi-fahrern gemacht. Meistens sind sie ganz nett. Trotzdem sollte man vorsichtig sein. Einmal wollte mich einer bescheißen und hatte viel zu viel geld verlangt, da meinte ich NEIN geb ich dir nicht, dann hab ich ihm 2000 Pesos gegeben (er wollte 6000), und bin ausgestiegen ohne ein wort. Er hat mir ziemlich böse hinterhergesehen, aber das war mir egal.

Autofahren in Bogotá

Bogotá hat soviele Autobesitzer, das es eine Eingrenzung für Diese gibt. Je nach Nummernschild, darf man an 2 Tagen in der Woche zu einer bestimmten Zeit, meistens zur Rush-Hour, nicht fahren, da ansonsten die Straßen absolut voll währen.
Was für Autos fährt man denn hier? Es gibt sehr viele alte Autos, die verrostet sind und nach deutschen TÜV-Regeln niemals auf die Straße dürften. Aber auch normale Autos fahren hier herum. Diese Autos sind hier am meisten verbreitet: Hyundai, Chevrolet (Alle Opels hier heißen chevrolet), VW, Mazda 6 und 3, Hondas, Renault Clios und noch ein paar eben. Aber das sind so die meisten die man auf der Straße so sieht.
Allerdings ist es schon ne Besonderheit wenn man mal einen BMW sieht „Sieh mal.. ein BMW.. wooow“. Was ich in München jeden Tag überall gesehen habe, ist hier eine Besonderheit.

Das Straßensystem und Brücken

Das Straßensystem hier ist auch komplett anders. Die Straßen sind hier viel breiter und oft auch 3-5 spurig. Das System ist so.. es gibt eine 3-5 spurige Straße in EINE Richtung, dann kommt Wiese, und dann gibts die andere 3-5 spurige Straße in die andere Richtung. Das heißt man kann nicht einfach so wenden wie man es in Deutschland gewohnt ist. Das heißt man muss z.B. weiter geradeaus fahren und die nächste Brücke oder Wendemöglichkeit nutzen um in die andere Richtung zu fahren.
Brücken sind hier sehr viel verbreitet. Da die Straßen so breit sind, und da Leute die Straßen nicht einfach so überqueren können, benutzen sie Brücken. Allerdings werden die wiederum in der Nacht selten benutzt, weil da die Gefahr besteht überfallen zu werden. Um dies zu vermeiden, stehen an vielen Brücken, bewaffnete Polizei mit Hunden und bewachen die Brücken in der Nacht. Dann kann man sich sicher sein, das man nicht überfallen wird. Die Brücken sind meistens auch so konstruiert, das auch Behinderte mit Rollstuhl sie überqueren können. Statt einer Treppe gibt es eben eine „Fahrbahn“ die nach oben zur Brücke führt. Das gleiche beim Transmilenio: Man muss erst EWIG weite Wege gehen um die Brücke hochzukommen. Find ich ein wenig doof. Die könnten doch beides machen, eine Treppe und so ne Fahrbahn für die Behinderten Menschen. Ich glaube ihr merkt langsam das mir der Transmilenio bis zum Hals geht ;)
Die Straßen haben hier keine Namen wie in Deutschland. Hier werden sie nach: Calle, Carrera, Avenida, Transversal benannt. Es ist wie in einem Koordinatensystem (z.B. Calle 13 con Carrera 34). Somit weiß man anhand der Daten gleich wo jemand wohnt. Doch wegen fehlendem Schachbrettmusster gibt es die diagonalen Straßen, welche Avenida und Transversal heißen.

In den Straßen finde ich…

Wenn ich durch die Straßen von Kolumbien gehe, fühle ich mich sehr anders als in meiner Heimat. Es gibt hier sehr viel Obdachlose die um Geld betteln. Oft sind es Mütter mit ihren Kindern die unter oder auf Brücken nach Geld betteln. Meistens gebe ich ihnen auch etwas. Auch in den Bussen steigen oft Leute ein und verkaufen alles Mögliche (bleistifte, Blöcke, Schokoloade). Wenn ich was kaufe, dann nicht weil ich es brauche, sondern weil ich den Armen einfach unterstützen will. Wenn es zum Beispiel anfängt zu regnen, kann man sicher sein das in 2 Minuten draußen arme Händler rumlaufen die Regenschirme verkaufen. Als ob sie in den Startlöchern stehen und auf Regen warten. Für ihre Verhältnisse gar nicht mal so ein schlechtes Geschäft. Ich habe mir schon öfter welche gekauft, weil ich Meinen im verliere oder vergesse.
Oder wenn man mal mitten auf der Straße telefonieren muss und kein handy hat oder keine Minuten auf dem handy hat, gibt es überall kleine Stände wo man sich minuten kaufen kann, indem man deren Handy benutzt, telefoniert und zahlt. Billig und praktisch. Die verkaufen auch noch mehr wie z.B. Schokolade, Wasser, Cola, Kaufgummi etc.
Nur so nebenbei. Das hat man mir letztens erzählt. Wenn man einer Frau auf der Straße ohne ihrer Einwilligung an den Po fast, kommt man hier dafür ein paar Jährchen ins Gefängnis.

Der kleine Vorfall

Mir ist bis heute noch nichts passiert, ich wurde nich überfallen, entführt oder sonstiges. Ich kenne natürlich Geschichten von anderen denen schon was passiert ist. Ich muss allerdings sagen das ich immer sehr vorsichtig war. Ich gehe Nachts im Süden von Bogotá nicht spazieren, überquere nachts auch keine unbewachten Brücken und gehe nicht in Gegenden wo mir gesagt wurde das es gefährlich sei. Nur einmal hatte ich einen kleinen vorfall auf der Straße. Ich war in einem Computerladen um etwas auszudrucken. Als ich mit einer Freundin rausging hatte ein Penner sie nach Geld gefragt. Sie meinte NEIN ich habe kein geld bei mir, tut mir leid. Er antwortete sehr schroff und gemein: „ja sei leise.. und laber nicht so viel“. Ich meinte zu ihm „Beruhig dich idiot“. Er meckerte weiter. Ich dachte mir..Schimpfen.. das kann ich nur in Deutsch. Dann hab ich ihn so richtig schön auf hochdeutsch angeredet, mit kräftiger stimme. Das hat ihn wahrscheinlich etwas erschreckt denn plötzlich sagte er nicht mehr so viel. Dann meinte er zu mir: „Wir sind hier in Kolumbien! Red Spanisch! Ihr Ausländer klaut uns unser Geld und unsere Frauen“. Soviel ich weiß bringen wir sogar GELD INS Land!? Darauf hin nahm er seine Fäuste nach oben und wollte kämpfen. Ich merkte sofot an seiner Stellung das er von Kampfsport keine Ahnung hatte, die ich zu genügend hatte. Ich hatte keine Angst, hab ihn ausgelacht vor allen Leuten die zugesehen haben und bin gegangen. Einige drohten mit der Polizei und er lief weg.

I am a German in Colombiaaa…

Sobald die Leute merken das man mit einem Akzent spanisch redet, oder man mit seinem Freund auf deutsch redet, wird man sehr beachtet. Mit der Zeit kann das ein wenig nerven, aber ich verstehe das. Viele Menschen sind das nicht gewöhnt. Sie kennen Leute aus den USA aber nicht aus Europa.

Wohnen in Kolumbien

In den Wohnzimmern findet man selten einen TV.

In den Wohnzimmern findet man selten einen TV.

Wie wohnt man denn so in Kolumbien. Fast alle Gebäude wo man wohnt werden bewacht. Häuser nicht, da das Privathäuser sind. Aber z.B. Hochhäuser werden unten ihm Saal immer von Sicherheitsleuten bewacht. Wenn man also einen Freund besuchen will, muss man seinen Namen nennen und der Sicherheitstyp ruft denjenigen per Telefon an ob der den Besucher akzeptiert. Wenn ja, darf passiert werden und das wars. Klingt kompliziert oder übertrieben, aber die Leute fühlen sich dann einfach sicherer. Ich habe es noch nicht erlebt das ein solches Gebäude mit Wachleuten überfallen wurde. Kommt eigentlich nie vor.
Auch in den Straßen zeigt die Polizei große Präsenz. Vor Einkaufläden/zentren, Transmilenio, öffentlichen Veranstaltungen werden immer die Taschen kontrolliert ob man nicht eine Waffe mit sich trägt.

Was auffällt und fehlt

In den Wohnungen selbst fällt mir allgemein sehr viel auf, was ich anfangs sehr komisch fand. Fangen wir mal an das die hier keine Heizung haben. Es gibt schon Nächte wo es echt kalt werden kann, und man sich wünscht eine Heizung zu haben. Das wird so gelöst, das man sich einfach was warmes anzieht. Vielleicht ist das auch der Grund warum die hier immer so viele Bettdecken aufs Bett legen. Was auch voooll eigentartig für mich ist, das die hiere ihre Fernsehr NUR in den Schlafzimmern haben. Ich habe es noch NIE geseen das ein Haushalt einen Fernsehr im Wohnzimmer hat. Es gibt hier auch keine Backöfen wo man sich z.B. Brot backen könnte. Hab ich zumindest noch nie in einem Hauh gesehen hier. Genausowenig gibt es hier keine Balkone, ich meine so richtige Balkone. Es gibt so kleine rudimentäre Balkone wo man sich nicht richtig drauf stellen kann, gilt glaub ich nur für die Blumen. In den Familien wo ich bisjetzt immer war, ist mir auch aufgefallen das wenig Leute hier rauchen. In Deutschland rauchen die Leute extrem viel. Hier fällt mir das weniger auf. vielleicht täuscht das auch weil fast in allen öffentlichen Plätzen das Rauchen verboten ist (Cafes, Restaurants usw.), aber ich denke es ist so. Auch hab ich noch nie gesehen das in irgendeinem Haus eine Wage gibt zum wiegen. Ich würde echt gern wissen was ich zur Zeit so wiege, aber geht nicht.
Gehen wir raus auf die Straße und nehmen an ich will mein Auto auftanken. So viele Tankstellen gibt es hier nicht. Man sollte schon eine Stammtankstelle haben die in der Nähe ist wo man immer hingeht. Andere Sache: Wetterberichte gibt es auch nicht, das verstehe ich nur zu gut, denn das Wetter hier ist, wie ihr in meinen Berichten schon gelesen habt, total verrückt. Bogota liegt auf 2600 Meter Höhe, dann kann es schon sein das das Wetter verrückt spielt.

Kolumbien, einfach super!

Was ich hier super finde in Kolumbien, ist das mit dem Einkaufen. Es gibt hier zwei große Einkaufsketten, „Carulla“ und „Olimpica„. Und dann gibt es noch 2 Super-Super-Giganten-Märkte, Carrefour und Exito. Meistens 24 Stunden geöffnet und man bekommt echt alles. Man könnte sich also reintheoretisch um 3 Uhr nachts ne neue Computertastatur kaufen, oder ein neues handy kaufen, oder ne webcam.. oder auch nur ne Milch. In den Einkaufszentren ist das noch viel enormer. Die sind zum Teil so unglaublich groß, daß man sich verirrt. Ich mach kein Spaß, ich hab mich schon mal verirrt, und ich habe noch nie einen laden SCHNELL gefunden, geschweige denn den AUSGANG. Ich musste immer Fragen und dann mind. 10 Minuten laufen. In diesen Einkaufszentren gibt es nun wirklich alles. Hier gibt es: Kino im großen Stil, Bownling Center, Spielpark mit Achterbahn (kein scherz), Casinos, Man kann sich einen Neuwagen kaufen oder auch nur eine Milch ;)

Die Kinos

Die Kinos hier sind im gleichen Stil wie in Deutschland wenn nicht sogar bequemer. Hier gibt es ein Kino, super bequem wo man die Sitze zurücklehen kann. Echt genial. Ich gehe hier oft ins Kino. Die meisten Filme sind in englisch oder spanisch.. wenn sie in englisch sind dann mit spanischem sub-titel. Eintritt kostet meist so ca. 4 Eur für eine Person. Auch hier kann man sich vor der Vorstellung popcorn, nachos und ne coke kaufen. Die Filme sind auch immer sehr aktuell. Das witzige, sogar hier machen sie Werbung vor dem Film, gegen Piraterie. Das ist deshalb witzig weil hier die Filme in bestimmten Orten für 2-3 Euro auf der Straße verkauft werden. Ich habe sogar mal eine Videothek gesehen wo man sich Raubkopien ausleihen konnte, für 1 Euro den Film.

Das Essen

Eine riesen Auswahl an Früchten

Eine riesen Auswahl an Früchten

Das essen kann gut aber auch eigenartig sein. Das Standardgericht hier ist: „Pollo con arroz“ -> Huhn mit Reis.. oder Fleisch mit Reis. Auch gibt es hier kolumbianische spezialitäten, wie Platano oder Arepa. Suppen sind hier auch sehr beliebt, die sie hier auch in vielen Variationen anbieten. Was ich total komisch fand, einmal gab es zum Mittagessen: Reis gemischt mit Bohnen, Gemüse und (jetzt kommts) mit CHiPS. normalen Chips.. die man eigentlich abends vor fernsehr isst. Fand ich komisch, aber völlig normal hier.

Kolumbien ohne Fruchtsäfte ist kein Kolumbien. Alle lieben sie, alle trinken sie. Das muss man diesem Land lassen. Die Auswahl an Früchten und somit auch Fruchtsäften ist enorm. Jeder Haushalt besitzt so eine Maschine zum „hugo“ Fruchtsaft machen. Sogar ich benutze sie schon.
Zum Frühstück gibt es eigentlich IMMER Eier, mit heißer Schokolade und Fruchsaft. Auch Suppen am Morgen sind nicht ungewöhnlich. Brot gibt es hier auch. Allerdings nicht wie in Deutschland. Hier hat jede Region so ihr Lieblingsbrot. Sogar DEUTSCHES Brot habe ich hier gefunden, allerdings für kolumbianische Verhältnisse sehr teuer. Ich kaufe es mir regelmäßig. Das kolumbianische Brot ist eher süß schmeckt aber auch gut.

Hier in Kolumbien gibt es auch sowas wie Bundesländer (Cundinamarca, Antioquia oder Atlantico). Jede dieser Regionen hat seinen typischen Teller. Zum Beispiel an der Küste isst man den Fisch sehr gerne, da diese Leute nah am Meer wohnen und es nahe liegt frischen fisch zu essen. Je nach Klima kommt es eben darauf an was in der jeweiligen Region gut wächst, und somit macht man daraus eben eine Spezialität. In Bogota z.B. wachsen die Kartoffeln gut aus der Erde und die Früchte wachsen wegen dem Bogota-Klima hervorragend. Wie man in München den „Italiener“ oder „griechen“ findet, findet man hier in Bogota eben typische Restaurants die dieses Essen aus den verschiedenen Regionen anbieten.

Cundinamarca ist auch sehr bekannt für ihre „Panella“. Panella ist der Saft einer Pflanze, und ist supersüß, schmeckt aber genial. Leute die krank sind, trinken oft Panella mit Zitrone, das ist gut gegen die Grippe. Arme Leute trinken das auch und ernähren sogar ihre Kinder damit da dieses Produkt sehr billig und nahrhaft ist.

Die Auswahl an Restaurants hier ist auch enorm. Ob Fast Food oder Gourmet-Essen. Alles gibt es hier. Fangen wir mal beim Fast-Food an. Es gibt McDonalds, wo eigentlich keiner hingeht. Das bekannteste und beliebteste Fast-Food ist El Corral. Die Hamburger hier schmecken genial, und sind viel größer und billiger als in McDonalds. Die Leute stehen da zum Teil Schlange und nehmen es inkauf 30 Minuten zu warten, obwohl in McDonalds keine Warteschlange ist.

Allgemein gibt es hier echt viele verschiedene Restaurants. Von chinesisch, italienisch bis hin zu orientalischem Essen gibts hier viel Auswahl. Sehr bakannte Restaurants sind z.B. „Crepes & Waffles“ oder „WOK„, ein Thai-Restaurant.

Bildung in Kolumbien

Bildung in Kolumbien ist so eine Sache. Zum einen gibt es die supergut gebildeteten Leute die auf guten Universitäten gut studiert haben. Die sind klug und haben was drauf. Dann gibt es die superreichen die auf den Superunis studieren, aber trotzdem nichts im Kopf haben und denken sie währen klug. Aber ich denke das ist in Deutschland nicht anders.
Was mir hier auffällt, im Moment scheint es modern zu sein „Design“ zu studieren. Sehr viele Studenten studieren Design.

Da das mit dem Geld so ne Sache ist hier in Kolumbien, gibt es hier eine öffentliche Universität: „La universidad nacional“ .. die Nationaluniversität. Diese Uni ist riiesig. Allein dadurchzulaufen im Schriftttempo dauert über 20 Minuten. Die Bildung dort ist sehr gut. Die Professoren sind sehr anerkannt, und für die mittlere Schicht der Menschen eine hervorragende Universität. Die einzige Sache die mir da nicht gefällt, sind die Aufruhrn die da immer statt finden. Letztens waren Wahlen, und da gab es mal wieder kampf zwischen der Polizei und den Studenten. Das läuft dann so ab, die Polizeit (verkleidet wie Robocobs) steht außerhalb der Uni und die Studenten schmeißen Dinge raus und die Polizei schmeißt Dinge rein. Soviel ich weiß ist es der Polizei nicht erlaubt die Universität zu betreten. Sehr oft wird die Uni wegen den Kämpfen geschlossen. Sowas find ich nicht gut. An den anderen Privatunis kommt sowas nie vor. Die sind auch mehr gesichert. Ohne korrektem Ausweis kommt man da gar nicht rein. Da gibt es eigentlich nie Aufruhr. Da läuft das alles schon friedlicher ab. Von Uni zu Uni sind die Leute auch immer verschiedener.

Fazit

Kolumbien hat viele schöne Seiten, auch wenn sich in meinem Bericht vielleicht ein paar Dinge komisch, angst-einjagend oder eigenartig anöhren, ist es eben doch eine andere Kultur. Und dafür bin ich und die anderen Exchangees doch hier, um genau das zu lernen und zu akzeptieren. Es erscheint in der Hinsicht natürlich logisch das uns viele Dinge unlogisch oder eigenartig erscheinen, aber das gleiche würde passieren, wenn ein Kolumbianer nach Europa kommen würde.

8 Monate gute Erfahrung. 4 Monate noch bis ich zurückkehre nach Deutschland. Einerseits freue ich mich wieder alle meine Freunde und Familie zu sehen. Andererseits habe ich mir hier mittlerweile meine Welt aufgebaut, und somit habe ich andererseits auch das Gefühl das ich hier nicht weg will. Wie auch immer, zurück muss ich auf jeden fall, um meinen Zivildienst richtig zu beenden. Danach werde ich erst mal normal in meiner alten Softwarefirma weiterarbeiten. Was die Zukunft genau spricht weiß ich selbst noch nicht so genau. Ich weiß auf jeden Fall jetzt schon das dieses Jahr in Kolumbien den Verlauf meines Lebens verändern wird.

Hat euch der Bericht gefallen? Oder denkt ihr es fehlt noch etwas? Habt ihr selbst noch Fragen? Einfach unten kommentieren!

31.03.2006 – Bogota D.C.

19 Kommentare zu “8 Monate in Kolumbien

  1. Mike Feb 27, 2010 22:40

    Hey danke für die schnelle Antwort. Ja hab ich mir auch gedacht das Cartegna gut is für uns, wegen der kriminalit?t. Aber dafür sind bestimmt die Preise auch sehr hoch oder? Wenn wir uns den da eine Wohnung anmieten ist sie bestimmt auch teuer, weil es ja touristische Orte sind? Was meinst du? Also da wir student sind wollen wir nicht so teure Apartments, du verteht das bestimmt. Wie sind eigenlich die Preise so? Mit wie viel Euro im Monat kann man „überleben“ ? Und kannst du uns sagen wie das mit dem Visum ausieht? Wir wollen da so ungefür für 5 Monate, brauchen wir dafür ein Visum? Oder geht es ohne? Ich danke dir Mit freundlich Grüßen Mike

  2. Mike Feb 25, 2010 20:13

    Hey dominik, hab dein Bericht gelesen hat mir voll gefallen. Ich will auch mit einen Kumpel nach Kolumbien so für 4 monate. Nach Cartegna…wir wollen uns da eine Wohnung mieten…kannst du uns sagen wie die preise da so sind? Und ob wir das hier von Deutschland aus machen können oder besser vorort? Wir wollen nur spanisch lernen, deswegen wollen wir nach Kolumbien. Oder würdest du uns eine andere stadt raten? Bitte brauchen dringend deinen rat. Danke

  3. Tarik Feb 10, 2010 21:52

    hey dominik kannst dich bitte bei mir mal melden ich plane auch eine reise nach cucuta aber habe auch irgendwie angst lg tarik

  4. Elma Okt 31, 2009 21:36

    Hola,me encanto tu informe sobre colombia,como decimos en Colombia,“llamas las cosas por su nombre“ muy bueno slds de una cartagenera

  5. Conny Jul 19, 2008 14:34

    Hallo,bin heute auf Deine Seite gekommen und habe alles gelesen.Mein Mann und ich planen im Dez.2008 nach Kolumbien auszuwandern.Wir möchten nach Santa Marta und dort eine Cafeteria und Restaurant eröffen.Wir haben viele Fragen und im Internet finde ich nicht so das richtige,darum dachte ich, ich könnte dich vielleicht fragen und du kannst mir helfen.Wie finde ich ein Local (immobilien im Internet gleich null).Weisst du wie teuer eine 1 Zimmer wohnung ist???Wo und wie fange ich am besten an???Was kannst du mir raten???Würde mich über eine Antwort freuen.Weisst du wie es mit Türkischen Landsleuten mit den Papieren läuft?Also das war es mal für heute vielleicht schreiben wir ja bald mal wieder.Vielen Dank,ist sehr interesant Deine Seite.Schönes Wochenende Conny

  6. Sandro Jun 6, 2008 22:31

    super toller bericht. ich war selbst 3 wochen in bogota bei einem freund. wärend dem lesen hatte ich das gefühl gleich wieder dort zu sein. vieles hatte ich wieder vor augen. auch musste ich schmunzeln was das begrüssen kolumbianischer leute angeht. „como estas, que mas etc. :o) würde mich interessieren in welcher gegend (strasse) du wohnst… grüsse

  7. Saskia Jun 1, 2008 19:53

    Olá :-) also ich fand deinen Bericht super! sehr informativ. Ich fliege in 4Wochen nach Bogotá und mache eine 16tägige abenteuer-rund-reise z.b. auch na Callí, san Augustin und den Tayrona Nationalpark. Würde mich ja mal interessieren was du seitdem machst und ob du wieder mal da warst. Ganz Liebe Grüsse aus Bremen

  8. Dani Mai 19, 2008 22:19

    hallo dominic, super tolle ausführungen!ich werde am 15.aug.08 mit meiner kolumbianischen freundin (in der schweiz eingebürgert)nach cali fliegen und ihre familie besuchen. mach einer woche verbringen wir zu zweit den rest des urlaubes auf san andres. vielen dank für deine berichte und differenzierten wahrnehmungen. eine wirklich informative seite! liebe grüsse aus der schweiz. dani

  9. Stephan Sep 29, 2007 23:27

    Hola Dominic, meine letzten Abende habe ich damit verbracht deine Berichte zu lesen. Ich finde es alles sehr beeindruckend. Wie sich dein ganzes Leben verändert hat durch deinen Aufenthalt in Kolumbien. Der Auslöser war qausi ein Gespräch mit deinem Kumpel, während du eine CD brennen wolltest. Was sich ab diesem Zeitpunkt alles verändert hat…Bitte schreibe weiter! Viele Grüße! Stephan

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