Gastbeitrag: Erfahrungsbericht über Kolumbien


Da ich selbst noch keine Eindrücke von Kolumbien habe, kann ich selbstverständlich keinen Erfahrungsbericht schreiben… Aber mein Freund Fatih kann das. Hier ein paar Eindrücke von jemanden, der 1 Jahr lang (ICJA Austausch 2003-2004) Eindrücke und Erfahrungen gesammelt hat!

Der Titel dieses Berichtes schreckt zuerst ein wenig ab, aber liest es euch erst einmal durch bevor ihr einen Schreck bekommt. Zum anderen waren die Zeiten 2003 / 2004 in Kolumbien sehr anders. Heute treffen eventuell einige Tatsachen nicht mehr zu. Vor allem das Thema Sicherheit hat sich bis heute sehr positiv geändert.

 


Kolumbien ?!? – Auf gar keinen Fall!!!!

Februar – Halbzeit:

Kolumbien ist immer das allerletzte Land auf den Wunschlisten der Exchangees und nicht nur in Deutschland. Es ist fuer viele die letzte Moeglichkeit nach Lateinamerika zu reisen. Ich kann nur sagen: Wer nicht in Kolumbien ist, verpasst eine ganze Menge. Die meisten Ex-Exgengees kehren wieder zurueck in dieses Land. Ich habe einige von ihnen kennen gelernt und mache leben fuer viele Jahre hier.
Ich habe versucht einen ersten oberflaechigen Eindruck von dem Land wieder zu geben. Vieles ist meine subjektive Sichtweise und persoehnliche Meinung. Meine Wahrnehmung ist auch nicht typisch deutsch. Da ich Tuerke bin sehe ich manche Dinge anders oder mir fallen andere Sachen auf als andere Exchangees. Ich hoffe ich kann euch mit dieser Beschreibung weiterhelfen. Als ich den Zusagebrief fuer Kolumbien bekam, hatte ich ICJA angerufen. Kolumbien war das letzte Land in das ich haette gehen wollen und ich fragte nach einem anderen Land. Kolumbien war gar nicht auf meiner Wunschliste. Es war nicht moeglich zu wechseln.
Aber im nachhinein bin ich unheimlich froh, dass ich in Kolumbien gelandet bin.

 

Mein Bild von Kolumbien

Ich muss sagen ich hatte mir Kolumbien vollkommen anders vorgestellt: An jeder Ecke Drogendealer, Abheangige und viel Gewalt. Jedes Land hat eben seinen Ruf (Deutschland=Rasisten, USA=Imperialisten, islamische Laeander=Terroristen…) Ich dachte mir man muesste sich in der Strasse permanent sich umdrehen um nicht von jemanden ueberrascht zu werden. Ach wie wurde ich von meinen vorurteilen “entaeuscht”! In Deutschland konsumieren viel viel mehr Leute Drogen (und auch viel haertere). Hier wird auch nicht viel Zigaretten geraucht. Die Leute sind viel laessiger. In den Autostaus sind die leute relativ relaxt. Da sind die Deutschen viel agressiver, obwohl hier ein krasser Verkehr herrscht. Ich dachte Bogotá waere unterentwickelt. Ich war sehr ueberrascht wie weit Bogotá fortgeschritten ist.

Die Kolumbianer sind relativ besonnen und ruhig. Ich habe mehr lateinamerikanisches Temprament und Agressivitaet erwartet. Und das Thema Machista… Nun ja auch da habe ich eigentlich mehr erwartet. Natuerlich wird hier oft den Frauen nachgepfiffen und manche haben es sich zum Hobby gemacht auf der Strasse zu stehen und die vor beigehenden Frauen zu belaestigen. Es gibt Laender wo es viel schlimmer ist. Einige der blonden und hellhaeutigen Intercambianerinnen sind manchmal total genervt, wenn sie von den zahnlosen, weniger gut aussehenden (um es milde auszudruecken) und “aelteren” Busfahrern Augenzwinckern, Luftkuesse oder sogar die Zunge zusehen bekommen.

 

Transportsystem

Transmilenio in Bogotá

Transmilenio in Bogotá

Der Transmilenio (ein Bussystem) ist hier eine tolle Einfuehrung. Es verbindet die ganze Stadt miteinander und ist ziehmlich schnell, weil es eine eigene Fahrspur hat wo nur der Transmilenio fahren darf. Vor kurzem wurde sie sogar weiter ausgebaut. Die Fahrt kostet ca. 30 Cent und man kann beliebig oft und in alle Richtungen den ganzen Tag fahren, vorrausgesetzt man verlaest das Gelaende nicht. Essen, Betteln und das Verkaufen von Sachen ist verboten im Transmileniobereich.
Eine seltsame Sache die ihr immer wieder beobachten werdet: Eine Person steht von seinem Sitz auf und eine andere stellt sich an den Sitzplatz. Der Sitzplatz wird blockiert, so dass sich kein anderer sich setzen kann. Die Person setzt sich aber nicht hin. Es wird erst einmal ein paar Minuten gewartet und dann erst hingesetzt. Ich habe mir lange darueber den Kopf zerbrochen und hatte die Idee , dass die Leute erst mal abwarten bis die Floehe des Vorgaengers weghoppeln. In Wirklichkeit warten die Leute bis die Koerperwaerme des anderen entweicht. Das kommt mir seltsam vor. Die Menschen hier sind stolz darauf viel Koerperkontakt zu haben und dass ueberhaupt die Menschen naeher zueinander sind. Aber auf der anderen Seite koennen sie die Koerperwaerme eines andern nicht vertragen. Ich bin total dankbar in Dt., wenn im Winter jemand mir schon den Sitz vorgewaermt hat.
Eine Sache die mir gefaellt: Wenn man einer Person seinen Sitzplatz anbietet, dann kann es sein ,dass dieser im Gegenzug die Tasche auf den Schoss nimmt.
Ein Tip: Wenn der Bus voll ist (das ist er meistens) und ihr sitzt oder steht inder Mitte des Busses, dann macht euch eine Haltestelle davor auf den muehsamen Weg zur Tuer.
Es ist schwierig durch die Leute zukommen, die machen kaum einen Platz. Und alle draengen sich in den Ausgaengen zusammen, stehen Koerper an Koerper und in der Mitte des Busses hat man genug Platz um Purzelbaeume zu schlagen.

Es gibt noch ein anderes Transportsystem. Es sind kleine bis grosse Busse (Colectivos), die in der ganzen Stadt fahren. Wenn der Transmilenio eine Vene ist, dann sind die Colectivos die feinen Aederschen. Die Colectivos sind fuer jeden Neuling ein einziges Caos. Diese Busse aehnneln einem Ameisenhaufen, der sich kreuz, quer und anscheinend planlos durch die Gegend laeuft. Doch tatsaechlich haben auch sie ein System. Es dauert seine Zeit bis man raus kriegt welcher Bus wohin faehrt.
In diesen Bussen seht ihr wie Menschen Musik spielen, Verkaeufer, die alles moegliche anbieten, Bettler und arme Familien die etwas Geld bitten, …

 

Der Vehrkehr

Straße in Armenia

Straße in Armenia

Im Strassenvehrkehr sollte man hoellisch aufpassen. Anfangs waere ich drei mal knapp ueberfahren worden. In der Strasse Septima, wo ich lebe, wechselt sich andauernt die Fahrtrichtung. Es sind vier Spuren. In der Frueh fueren zwei in den Sueden und zwei in den Norden. Irgendwann alle vier in Richtung Sueden. Spaeter drei in den Norden und eine in den Sueden. Noch spaeter wieder alle in Sueden und wieder alle in den Norden. Und irgendwo dazwischen drei in den Sueden eine in den Norden. Da soll man nicht durcheinander kommen! Nicht weit von meinem Haus ist ein Kreuz auf der Strasse aufgemalt. Dies zeigt, dass mal dort einer ueberfahren wurde und soll die Autofahrer etwas besinnen. Naja! Auf jeden Fall eine nette Idee. Hier fahren die Leute wie die letzten Irren. kein Wunder, wenn man hier schon in 10 Std. seinen Fuehrerschein bekommt fuer nur 50 Euro (zahlt man etwas mehr kriegt man den Schein auch ohne Fahrpruefung). Es herrscht hier ein unheimlicher Verkehr. Die Luftverschmutzung ist hoch. Wenn ich meine Nase putze ist das Taschentuch schwarz. Anfangs hatte ich Kopfschmerzen, aber jetzt…
Es gibt eine Regel um den Verkehr zu reduzieren: Meine Gastmutter darf Montag und Freitag das Auto nicht benuetzen, weil die Nummer auf dem Kennzeichen mit 5 endet.
Zebrastreifen sind hier reine Dekoration. Kein Autofahrer haelt fuer einen Fussgaenger an. Direkt vor meiner Haustuer steht ein Zebrastreifen. Manchmal benoetige ich 10min. zum ueberqueren der Strasse, weil kein autofahrer daran denkt anzuhalten.

 

Als Ausländer in Bogotá

Man erfaehrt hier eine !unglaubliche! Aufmerksamkeit als Auslaender. Viele Tueren oeffnen sich einem hier, ganz im krassen Gegenteil zu Deutschland (wo die Tueren einem vor der Nase zu geknallt werden, wenn man Auslaender ist). Einmal hatte ich keinen Ausweis dabei und wollte in die Disco (ohne kommt man meistens nicht rein). Als die Tuersteher merkten ich sei Auslaender wurde ich herzlichst eingeladen einzutreten.
Einst wollte ich mich an einem Kurs an der Uni anmelden, der aber total voll war und es bestand keine Moeglichkeit teilzunehmen. Ich schwaermte der Koordinatorin wie toll es hier in Kolumbien ist und schon hatte ich meinen Platz im Kurs.

Bei der Vorstellung der verschiedenen Projekten waren wir in einer Schule. Eine von den Exchangees ist blod, hellhaeutig und sehr huebsch. Die ganze Zeit ueber hatte sie eine Gruppe (ca.20-25) von Schuelern die sie mit offenem Mund bewunderte. Die Schueler untersuchten mit neugierigen Fingern Klamotten und das blonde Haar. (Sicherlich kennt ihr diese Art von Filmen wo die fremde, weisse , blonde Frau im tiefsten Schwarzafrika von einer Scharr von Afrikanern, die noch nie eine Weisse sahen, ueberwaeltigt bewundert und “untersucht” wird). Es geht sogar so weit, dass einigen Exchangees diese Aufmerksamkeit zu Kopf steigt und sie total ueberheblich und eitel werden.

Komischerweise geniessen Auslaender hier ein grosses Vertrauen – ganz im Gegenteil zu Deutschland. Mich wundert es immer wieder, wenn Leute,die ich einlud, zu mir nach Hause kommen, obwohl wir uns erst vor kurzem auf der Strasse kennen gelernt haben. Mit der eigenen Spezie haben Kolumbianer grosses Misstrauen. Von einer Exchangee weiss ich, dass die Familie nicht will, dass sie Kolumbianer mit nach Hause bringt. Auslaender sind kein Problem. Verrueckt oder?!

Einmal ging ich mit meiner Freundin zum National Museum. Man kaeme ohne Ausweis nicht rein sagte uns eine Frau am Eingang. Bis dahin hatte meine Freundin (Kolumbianerin) gesprochen. Ich meinerseits machte den Mund auf. Die Leute bemerkten natuerlich mein Akzent und 10 min. spaeter hatten wir einen eigenen Fuehrer extra fuer uns, der unsere Fragen freundlich und kompetent bediente. Er zeigte uns auch die aeltesten Buecher Kolumbiens ( ein Buch ueber die Planzenwelt und eine Bibel).

 

Nachtrag:

Das Gefuehl für mich in Bogotá

Kolumbianerin

Kolumbianerin in der Zona Cafetera

Das was Kolumbien ausmacht sind die Menschen. Die Leute hier sind so so so so toll!!!! Ich bin absolut begeistert von der Liebenswuerdigkeit und Aufmerksamkeit, die sie uns allen schenken. Anfangs hat mir Kolumbien nicht besonders gefallen. Ich war deprimiert,frustriert, traurig und habe mich total einsam gefuehlt. Das ganze hat mich genervt und ich fand es zum kotzen. In dieser Zeit habe ich 10 Kilo abgenommen – ich denke das spricht fuer sich. Im Dezember war ich nervlich am Ende. Ich habe sogar den ganzen Tag ueber geweint. Ich bin in der Frueh aufgestanden und geweint, auf der Strasse und im Bus musste ich mich ziemlich zusammen reissen und am Abend zu Hause konnte ich mich nicht mehr halten und heulte wie ein Kleinkind.
Aber nach meinem Urlaub (der nicht besonders toll war) an der Karibik Kueste, hat sich mein Denken vollkommen veraendert. Ich bin aus dem Flugzeug raus und der erste Gedanke war: Home sweat home! Auf einmal fand ich diesen Betonblock von Flughafen unheimlich schoen. Ich nahm tief Luft in meine Lungen und genoss den Smog. Es war ein tolles Gefuehl wieder zu Hause zu sein.
Ich habe jetzt Freunde gefunden, ich unter nehme jeden Tag etwas und gehe am Wochenende richtig feiern – Gaudi pur. Es ist meine gluecklichste Zeit meines Lebens und ich wuerde gern noch laenger bleiben. Ich fange an dieses Land zu lieben. Ich bin sehr gluecklich hier!!!!!!!! Ich habe vor dem Tag Angst, an dem ich dieses Land verlassen muss! Dieses Land – besser die Menschen hier veraendern mein Denken und meine Gefuehlswelt total. Ich kann euch gar nicht sagen wie beschiessen es mir als Tuerke, als Auslaender in Deutschland geht. Meine Persoenlichkeit veraendert sich hier sehr positiv oder besser gesagt, Teile meines Wesens kommen zum Vorschein, die aus Komplexen lange Zeit sich nicht entfallten konnten. Das Austausschjahr ist fuer mich wie eine Pyschotherapie.

Tipp 1

Wenn ich euch ein Tip geben kann: Bringt Geschenke mit, um einen guten Start in der Familie zu haben. Ich hatte einen halben Koffer voll. Sehr beliebt sind Schokolade aus Deutschland. Auch sind auch typische Dinge aus eurer Region, wie z.B. ein Bierkrug aus Bayern. Je kitschiger die Geschenke um so besser. Und bringt viel Musik mit. Nicht nur fuer euch selber (fuer die traurigen Std.), sondern auch fuer die Leute hier. Die Jungen stehen total auf Rammstein, Techno und besonders auf Rock. Eine schoene Sache sind Bilder von Familie und Land (Schneelandschaft, die kennen keinen Schnee hier). So schlau wie ich war habe ich nur Sommersachen mit genommen – also auch warme Sachen einpacken. Ich werde dauernd gefragt, ob ich tuerkisch kochen kann. Die Leute sind dann ganz entaeuscht wenn sie hoeren, dass meine Mutter fuer mich kocht. Also lernt ein paar Gerichte das kommt sehr gut an (Weihnachtsplaetzchen).


Wetter in Bogotá

Bogotá Wetter

Das Wetter in Bogotá. Mal Sonne mal Bedeckt mal Regen

Das Wetter ist zum verrueckt werden. Manchmal wechselt das Klima alle 5-10 min. von kalt auf heiss, von knallender Sonne auf Regen. Man ist dauernd damit beschaeftigt seine Jacke an und aus zu ziehen. Ohne Regenschirm und Jacke in meinem Rucksack verlasse ich nicht das Haus. Im Winter (wenn man ueberhaupt von winter sprechen kann) ist es schon um 6 Uhr, im Sommer um 7 Uhr total dunkel. Es gab noch nie Sonnenlicht um 8 Uhr hier. Das ist etwas frustrierent. Zeitumstellung wie in Dt. gibt es hier nicht. Der Zeituntersschied zu Dt. im Winter sind -7 Std., im Sommer -6 Std..Nachts ist es kalt. Wind gibt es so gut wie garnicht.Es gab noch nie Schnee in Bogotá, aber Hagel gibt es ab und zu. Im Dezember und April regnet es in Stroemen. Das Wetter ist sehr launisch. Lasst euch nicht reinlegen, wenn euch die Sonne am Morgen ins Gesicht lacht. Spaeter kann es in Stroemen regnen. Das Wetter ist so unberechenbar, dass es kein Wetterbericht gibt. Einmal sass ich im Bus. Von einer Sekunde zur anderen hat ein Regen begonnen, wie ich ihn noch nie erlebt habe. Die Regentropfen sind so hart auf den Dach des Busses aufgeprallt, dass ich in meinem Sitz zusammen gekauert sass und den Kragen meiner Jacke hoch bis zu den Wangen zog. Als ich dann aus dem Bus ausstieg war ein kleiner Spalt von 30cm zwischen dem bedachten Gelaende. Ich war maximal eine Sekunde dem Regen ausgesetzt, war aber von unten bis oben klitschnass.

Ich war erschrocken und erstaunt als ich zum ersten mal einen Halbmond hier sah. Ihr muesst euch einen Halbmond vorstellen der um 90 Grad verdreht ist. Die zwei Spitzen zeigen nach oben. Ein ungewoht seltsamer Anblick!

Am Anfang machen die 2600m Hoehe einem ganz schoen zu schaffen. Ich hatte Schwierigkeiten normal zu atmen.

Kolumbien unter dem Einfluss des Halbmondes

Als mir einer in Deutschland sagte, dass es in Kolumbien viele Araber gibt habe ich unglaeubig darueber grinsen muessen. Aber tatsaechlich gibt es hier einen sehr grossen arabischen Einfluss, der auch weit in die Vergangenheit reicht.
Wenn man bedenkt, dass Spanien einen grossen Einfluss der Mauren erfahren hat und die Spanier hier in Kolumbien gelandet sind, dann ist das ganze nachvollziehbar. Die spanische Sprache selbst beinhaltet 5000 Woerter arabischer Herkunft. Z.B. aroz=Reis , alcatras=Festung, almuada=Kissen, alfombra=Teppich, ojala=hoffentlich…
Sehr interessant ist auch, dass es viele gleiche Woerter im spanischen und tuerkischen gibt (nur die Schreibweise unterscheidet sich etwas): baño=Klo, salon=Wohnzimmer, baston=Stock, mobiya=Moebel, pantaloon=Hose, acensor=Aufzug, camyon=Lastwagen, vapor=Dampfer, kolye=Halskette, factura=Rechnung…
Uebrigens gibt es sehr viel gemeinsame Woerter im arabischen und tuerkischen obwohl es voellig verschiedene sprachen sind.
Auch die Architektur ist davon betroffen. In der Candelaria (Altstadt von Bogotá) ist die geschlossene Balkonbauweise typisch. An der Kueste ist die Innenhofbauweise (auch sehr typisch fuer islamische Architektur) haeufig zu finden.
Ich habe mir von einem studierten Kolumbianer sagen lassen, dass die aelteren kirchen in Richtung Mekka ausgerichtet sind. Total verrueckt oder nicht?
In Bogotá gibt es sogar ein Stadtteil der Arabia heisst , ein anders Jerusalem, wieder ein anderes Palestina. Habt ihr gewusst das die Saengerin Shaquira Halblibanesin ist?
Ich war auch in einigen arabischen Restaurants hier essen, die ausgezeichnet sind.

Ein Deutscher der seit 30 Jahren hier lebt, frueher Seemann war, mit einer Kolumbianerin verheiratet ist und das Land ziehmlich gut kennt, sagte das es frueher eine grosse arabische Einwanderung statt fand. Vor allem in der Stadt Medellin und ganz besonders an den Kuestenstaedten. Die Geschaeftsmaenner aus Medellin sind stark im Handel, eben weil ihre Vorfahren Araber waren (Araber sind agressiv im Verhandeln). Aber viele von ihnen wissen gar nicht mehr, dass sie arabischer Abstammung sind. Er erzaehlte mir ausserdem es gaebe eine Stadt in der Guajira (Wuestengebiet nahe Venuzuela) wo nur Araber leben sollen. Als er merkte wie meine Aufmerksamkeit an dieser Stadt stieg, warnte er mich und riet mir ab dort hin zu fahren, da es ein Schmugglernest sei und die Guerilla manchmal dort taetig sei und so mit gefahrlich sei. 1 Woche spaeter bin ich in diese Stadt gereist. Sie heisst Maicao. Es ist unglaublich was ich in dieser Stadt gesehen habe. Bedenkt dass ich in Kolumbien bin. Es ist ein Land, dass von der Aussenwelt abgeschottet ist und wo es etwas besonderes ist , wenn es Auslaender gibt.
Diese Stadt (besser gesagt kleines Kaff) war durch und durch arabisch. Es ist eine Handelsstadt, wo ein Geschaeft an dem anderen angreiht ist. Es ist ein Knotenpunkt des Schmuggels. Von Uebersee kommen Waren an und werden ueber das ganze land verkauft. Alles ist viel billiger als sonst wo in Kolumbien. Aus ganz Kolumbien kommen Geschaeftsmaenner um gross einzukaufen. 90% des Handels liegt in der Hand der Araber, der Rest Paisas ( leute aus Medellin- “Nachkommen” von Arabern) und ein Bruchteil Indigenas. Auf der Strassse wird Arabisch geschprochen und arabische Musik gehoert. Man sieht Frauen mit Kopftuechern und Schleiern. Die Gebaeude (in Kolumbien hat jedes grosse Gebaeude einen Namen) tragen Namen wie Fatma, Muhammad, Ahmad…
Die Architektur ist teils arabisch. In Maicao steht die 2. groeste Moosche in Lateinamerika ( die groesste in Brasilien, die 3. groesst in Venuzuela).Und was fuer eine Moosche! Es ist eine der schoensten die ich bis jetzt sah. Sie wurde vor vielen vielen Jahren gebaut und kostete zu dieser Zeit 1 million Dollar, was fuer den grossen reichtum der Araber zeugt.
In den ersten 2 Naechten uebernachtete ich im Hotel (Besitzer Araber) und eine Nacht wurde ich von Arabern eingeladen, die waehrend meines 1 monatigen Urlaubs die gastfreundlichsten Menschen waren. Wir haben auf dem Dach des Hauses, mit einer Aussicht ueber die ganze Stadt mit meiner Wasserpfeife geraucht und Apfeltee getrunken.
Die Stadt war sehr schmutzig und es gab nichts Sehenswuerdiges ausser der Moosche. In der Nacht ist eine ganze Armee von bewaffneten Sicherheitsleuten taetig die Strassen zu bewachen. Ein Araber erzaehlte die Guerilla habe sein Bruder entfuehrt und ein Loesegeld von 7000 Euro verlangt. Das soll gang und gebe dort sein. Die Araber stehen in dem Ruf ziehmlich viel Geld zu haben.
Hier in Kolumbien gibt es einen grossen Irrtum. Hier werden Araber Tuerken (los Turcos). genannt Als ich hoerte in Maicao gaebe es nur Tuerken freute ich mich sehr, aber von den 2000 Arabern war kein einziger Tuerke dabei. Als die grosse Einwanderung der Araber stattfand, stand in ihren Paessen Tuerke, weil in dieser Zeit alle arabischen Laender unter tuerkischer Herrschaft stand.

(Uebrigens kommt die Wasserpfeife nicht aus Arabien, sondern aus der Tuerkei, genauso der Bauchtanz. Der Bauchtanz war ein Tanz fuer Maenner. Seltsam nicht war?! In der Oeffentlichkeit durften aus religioesen Gruenden Frauen nicht tanzen. Also mussten junge Maenner, die sehr weiblich wirkten die Bauchtaenzerin ersetzen. Nach den Befreiungskriegen und der Reformation 1926 war es kein Problem mehr fuer Frauen den Bauchtanz in der Oeffentlichkeit aufzufueren.)


Die Männer

Die Maenner hier sind sehr besorgt, wenn man als Mann sich ihnen naehert. Zur Begruessung wird die Hand hingereicht, jeder weitere koerperliche Kontakt ist zu viel. Irgendwie fuehlen sie sich in ihrer Maennlichkeit angegriffen. Ich finde besonders maennlich wirken kolumbianische Maenner nicht. In der Tuerkei haben Maenner viel Koerperkontakt (geben sich zur Begruesung 2 Wangenkuesse oder gehen auf der Strasse Arm in Arm), sind aber um einiges mehr Machista und viel agressiver als Kolumbianer. In der Tuerkei ist es aber in ordnung, wenn Maenner ab und zu weinen. Das gilt als Zeichen von Herz und Menschlichkeit. Meine besten maennlichen Freunde (sind wirklich gute Freunde) hier in Kolumbien benuetzen mit mir die 3. Person, wenn ich mich mit ihnen unterhalte (mit Frauen nicht). Als ich fragte warum? Sagten sie: “Es una cosa marica.” = “Das kommt mir schwul vor die 1. person zu benuetzen” meiner meinung nach ist es eine vorgegebene Rolle, die sie spielen muessen, aber in die sie nicht richtig reinpassen.
Leider muss ich die weiblichen Exchangees jetzt etwas entaeuschen: In Kolumbien gibt es keine schoenen Maenner! Die Maenner sind klein und schmaechtig. Pysisch wirken sie nicht atraktiv, was mir auch die weiblichen Exchangees immer wieder bestaetigen. Es geht sogar soweit, dass in den Serien im Fernseher die Hauptaktoren Auslaender sind. Z.B. gibt es da eine Serie zur Zeit, die absolut erfolgreich und super kitchig ist. Ich liebe diese Serie! Im Ernst. Nun, es ist sehr amuesant den 3 Hauptaktoren beim sprechen zu zuhoeren. Alle 3 prechen in einer kolumbianischen Serie verschiedene Akzente, sie sind naemlich aus Mexiko, Venuzuela und Argentinien.


Allgemeinbildung

Eine Sache die mich etwas stoert ist die fehlende Allgemeinbildung. Ich musste lachen als ich mir anhoeren musste, dass Hilter noch lebt oder das Finnland in den USA liegt. Fast keiner weiss was der Islam ist. “Ist das eine neue christliche Sekte?” werde ich dann gefragt. Ich kann nicht glauben, dass die Leute nicht wissen was der Islam ist. Eine Weltreligion mit ueber 1 Milliarde Anhaengern das sind 20% der Erdbevoelkerung. Erst wenn der Name Osama faellt erinnern sich die Leute irgend etwas davon gehoert zu haben. Uebrigens haben die Menschen den 11.Sept. nur am Rande mit bekommen. Ein Spektakel wie in Deutschland war es nicht.


Nazis in Kolumbien

Achja die Deutschen Exchangies werden immer wieder ueber den 3. Weltkrieg gefragt. Also lernt einbischen Geschichte. Es gibt hier ein grosses Interesse am 3. Reich.
Ob ihrs glaubt oder nicht, hier gibt es viele Nazis. Einmal war ich in einem Konzert (rock al parque) – es hat dort nur so gewimmelt von Glatzkoepfen mit Springerstiefeln und Bomberjacken. Ich habe noch nie so viele auf einem haufen gesehen!!! Nach einer Std. war ich so agressiv und genervt, dass ich gegangen bin. Ich dachte mir in Kolumbien werde ich von diesen Hohlkoepfen geschont. Aber nein…! Diese Trottel sind gegen Obdachlose, Homosexuelle,Schwarze und natuerlich gegen Auslaender. Die sind so laecherlich!!! Stellt euch einen Tuerken vor ( teilweise haben Kolumbianer aehnliches Aussehen) mit dem ganzen Equipment eines Nazis vor. Gott ist das peinlich! Ich nehme doch keine Ideologie an, die mich wegen meiner Rasse hasst. Die “Nazis” hier wuerden von denen in Deutschland die Koepfe eingeschlagen bekommen, weil sie dunkel sind.


Der Kaffee

Die Kaffeebohne

Die Kaffeebohne

Der Kaffee hier schmeckt nicht und hat viel weniger Koffein. Das gute Zeug wird in Industrielaender geschickt und der weniger qualitative Kaffee bleibt im Land, so das die Mehrheit nicht in den Genuss von gutem Kaffee kommt.
Ich habe mir erzaehlen lassen, dass Kolumbien noch eine grosse Wirtschaftskrise bevorsteht. Die Weltbank subveniert den Kaffeeanbau in Vietnam. Das heisst der Kaffee soll dort billiger und qualitativ hoch sein, da die Bedingungen in Vietnam guenstig seien.
Uebrigens gibt es von den Kokaproduzenten eine Strategie um die Vernichtung der Kokapflanze durch Beschpruehung mit dem Flugzeug zu verhindern: Es wird eine Reihe Koka und gleich direkt daneben eine Reihe Kaffee angebaut. Wenn man den Koka zerstoert vernichtet man gleichzeitig den Kaffee und das kann sich die Wirtschaft nicht leisten. Also…


Essen

Mit Kritik ueber das Land sollte man vorsichtig sein. Die Leute sind schnell beleidigt. Man macht den Menschen eine grosse Freude, wenn man sagt es gefaellt einem hier sehr gut. Ich z.B sage, dass mir das Essen hier schmeckt, obwohl es eine Luege ist. Das Essen ist sehr monoton und wenig geschmacksintensiv. Jeden Tag gibt es das gleiche. Immer gibt es eine Kartoffelsuppe, immer Reis mit immer Gefluegel oder immer Rind. Nur das Gemuese variert etwas. Wir sind in Deutschland die internationale lecker Kueche gewoehnt. Kolumbianer die schon einmal in Europa waren schwaermen von dem Essen dort. Es gibt nur ein oder zwei superleckere Gerichte die mir sehr schmecken. Aber hier gibt es eine riesen Auswahl an leckeren Fruechten, von denen ich manche noch nie gesehen habe. Ein Paradies fuer jeden Vegetarianer. Obendrein auch spottbillig.
Meiner Meinung nach essen die Kolumbianer nicht viel Suessigkeiten. Der Anteil der Regale mit Suessigkeiten hier ist nicht besonders gross. Schaut man sich im Gegensatz den Anteil in Deutschland an, dann ist es ein ganzer Stockwerk vollgestopft mit Suesskram.
Wenn ich Deutschland Hunger habe oeffne ich den Kuehlschrank, bereite ich mir schnell etwas vor. Hier, wenn ich den Kuehlschrank oeffne, dann finde ich nichts zum Essen. Nicht das er leer ist. Er ist voll. Aber immer mit Sachen, die man erst zubereiten muss. Es gibt kaum etwas, was man fuer zwisschendurch essen koennte.

Tips 2

Gebt das Geld, wenn ihr einkauft, direkt in die Hand des Kassierers. Es ist sehr unhoeflich es auf den Tresen zu legen.
Wenn jemand um Feuer bittet, zuendet ihr die Zigarette an. Das Feuerzueg in die Hand zu druecken ist unhoeflich.
Laut schneuzen wie es in Deutschland ueblich ist, solltet ihr in der Oeffentlichkeit unterlassen. Einmal sass ich ganz hinten im Bus und habe mir die Nase ordentlich nach deutscher Art laut geschneuzt. Der ganze, aber wirklich der ganze Bus hat sich nach mir umgedreht. Sogar der Busfahrer blickte in den Spiegel. Das war vielleicht peinlich!
Das Telofonieren von Dt. nach Kolumbien ist viel billiger. Es gibt extra Karten fuer das Festnetzt oder die Telegeschaefte mit den vielen Kabinen haben guenstige Tarife. Es gibt auch manchmal ein Angebot der telecom colombia, in der man z.B. fuer 3 Std. nur ein Euro zahlt.
Lasst euch nachts ein Taxi telefonisch anfordern. Das ist um einiges sicherer als eines von der Strasse aufzuschappen. Es kostet euch nur 30 Cent mehr. Manchmal werden Fahrgaeste von den Taxistas ueberfallen. Aber auch die Taxis von den Fahrgaesten. Neulich riefen wir ein Taxi der nicht kam. Als wir bei der Zentrale wieder anriefen sagten sie ein Taxifahrer waere ueberfallen worden und alle anderen Taxis waeren zur Hilfe dort hin. Uebrigens wollen die Taxistas einen meistens uebers Ohr hauen. Schaut auf die Taxiuhr. Dort steht eine Zahl. Dann sucht ihr auf einer Liste (TARIFA) diese Zahl und daben steht dann wieviel man zahlen muss. In der Nacht kostet die Fahrt 1000 Pesos (30 Cent) mehr.
Wenn ihr Euroscheine wechseln wollt ist das etwas schwierig eine Wechselstube zu finden. Dollarscheine sind kein Problem.
Das WC hier ist so eine Sache fuer sich. Schmeist kein Klopapier in die Kloschuesel. Der Wasserdruck ist nicht stark genug. Es gibt extra Behaelter fuer benuetztes Klopapier. Das ganze kommt einem eklig vor, man gewoehnt sich aber schnell daran. Anfangs habe ich oft das Klo verstopft, weil ich das Papier in die Schuessel warf – aus Gewohnheit. Nimmt immer Papier mit ,wenn ihr das Haus verlaesst – es gibt nirgentwo in den oeffentlichen Klos Papier.

Schlechtes Verhalten

Ihr braucht nicht glauben die Kolumbianer haben ein superperfektes Verhalten. Ich weiss nicht was ich von dem Benehmen der Kolum. halten soll. Sie sind unheinlich nett, hoeflich, zuvorkommend, hilfsberreit. Sie keonnen auch unglaublich unhoeflich sein. Was mich extrem nervt und woran ich mich nach 7 Monaten noch nicht gewoehnt habe ist diese Draengelei im Transmilenio: Der Bus haelt an und ist meistens voll. Draussen wartet schon die ungeduldige Meute. Die Tueren oeffnen sich. Und bevor der erste aus dem Bus aussteigt stuermen schon die Leute wie Wilde in den Bus. Es ist ein einziger Elbogenkampf (im Sueden ist es besonders krass-nur die haertesten Kaempfer ergattern ein Sitzplatz). Besonders schlimm sind die kleinen, gewichtigen Frauen. Die sind besonders ruecksichtslos. Es ist mir schon oft passiert, dass man mich gestossen, geschubst, auf meine Fusse getreten und sich nicht einmal dafuer entschuldigt hat. Auch sehr nervig: Bei einer Schlange draengeln sich die Leute total schamlos und dreist vor – immer!!! Seltsamerweise protestieren die hinteren Leute nicht, ich kann ihnen aber den Aerger in ihren Gesichtern ansehen.
Man erzaehlte mir, dass frueher die Leute in Bogotá ein einwandfreies Benehmen und musterliche Erziehung vorwiesen. Das Spanisch seie das beste der Welt gewesen (und ist es immer noch). Doch die Landflucht zwang die Bauern in die Grossstaedte. Und dieser Teil der Bevoelkerung hatte noch nie eine Erziehung und Ausbildung genossen. Fast alle waren Analphabeten. Dieser Bevoelkerungsteil habe das Nivue der Sprache und die Guten Manieren erheblich gesenkt. Leider muss ich diese Behauptung bestaetigen. (Ich sage aber nicht die Leute im Norden mit viel Geld sind nette Menschen. Ich spreche jetzt vom alltaeglichen und oberflaechigen Kontakt, den ich im bus oder auf der Strasse beobachtet habe. Wer nun netter oder besser ist, darueber kann ich kein Urteil abgeben. Im Norden leben ueberwiegend Reiche und im Sueden sehr arme Landfluechtlinge, die weder fliesend Wasser noch Kanalisation haben. Ich war dort oefters taetig. Der Umgang untereinander ist schroff und ruecksichtslos. Irgendwie kann man das ja auch verstehen. Die Menschen sind arm und Kaempfen ums ueberleben. Tatsaechlich gab es frueher eine grosse Einwanderung nach Bogotá. Die wirklichen Bogotaner stellen heute einen Bruchteil dar. Die ueberwaeltigende Mehrheit stammt aus dem Land. Die Menschen suchen aus Hoffnungslosigkeit, Fuss in der grossen Stadt zu fassen.


Sicherheit und Gewalt

Sicherheit in Bogotá

Sicherheit hat in Bogotá eine hohe Präsenz

Zu diesem Thema muss gesagt werden: Wer vorsichtig ist, nicht leichtsinnig ist, sich nicht in kuriosen Gebieten aufhaelt, und unauffaaellig ist kann einem nicht viel passieren. Der folgende Text kann einen etwas beunruhigen. Aber ich finde ihr solltet auch dies hoeren. Kolumbien kann gefahrlich sein, das darf man nicht verharmlosen. Wie schon gesagt es haengt von euch ab. Aber macht euch nicht zu viele Gedanken. Ich hatte bis jetzt keine groesseren Probleme und von den anderen weiss ich auch nichts gravierendes.

In meiner ersten Woche ist mir die Ueberwachung und Sicherheit ganz besonders aufgefallen: Die bewaffnete Polizei laeuft immer mit kugelsicheren Westen, wirklich an jedem groesseren Gebaeude steht ein Wachmann/Portier, an vielen Geschaeften (Supermarkt) sind Sicherheitsleute mit Schrottflinten (einmal sah ich in einem Supermarkt einen uniformierten Mann mit einer Schrottflinte in der Hand, voll mit dicken Patronen an der Brust, der locker und laessig an dem Gemuese vorbei schlenderte – in Deutschland undenkbar!), in den Parkhaeusern werden Autos unten mit Spiegeln und der Kofferraum auf Bomben untersucht. Bevor man in Unis, in den Transmilenio ( Bus), in Einkaufszentren, in oeffentliche Gebaeude, Discos, Museen eintritt werden die Taschen nach Bomben und Waffen durchsucht. Der Sicherheitsdienst ist ein grosser Arbeitssektor. Wenn Kolumbien eines Tages sicher waere, gaebe es verdammt viele Arbeitslose.


Kleines Erlebnis

Einmal bin ich durch die Strassen spazieren. Es war sonnig und ruhig. Als ich nahe an einem parkenden Geldtraanspoorter war, oeffneten sich die Tueren und zwei Uniformierte stiegen mit gezogenem Waffen, den Finger am Abzug, aus. Einer hatte eine Pumpgung der andere einen Revolver. Dauernd nervoes in alle Richtungen ziehlend sind sie mit dem Geld in die Bank verschwunden. Nach dieser Szene habe ich einen Lachanfall bekommen (das ganze erinnerte an einen billigen Hollywoodfilm) und war erleichtert ,dass das Ganze kein ueber fall war. Als ich in dem Augenblick die Waffen sah war ich erstart vor Schreck.


Strassen

In den Strassen zeigt das Militaer viel Praesenz. In meiner Strasse z.B. stehen mehrere Soldaten, im Abstand von 100m, mit Maschienenpistolen und bewachen die Strasse.
Nach einer Weile wechseln sie den Ort und stehen dort Wache.


Tagebuch

Zeilen aus meinem Tagebuch: “Heute war ich in Cuidad Bolivar. Kurz vor der Haltestelle wo ich normalerweise aussteige, ist der Bus nach links abgebogen. Das kam mir seltsam vor. Vorne stand eine grosse Menschenmenge. Der Busfahrer hat uns schon viel frueher rausgelassen. Ich bin wieder auf die Hauptstrasse in Richtung der Menschenmasse. Ich dachte mir das sei vielleicht so etwas wie ein Fest oder eine Demonstration. Ein grosser Bereich vor einem Geschaeft war abgesperrt. Ueber die Koepfe hinweg sah ich als erstes rot. Ich habe einen kleinen Schock bekommen, habe es aber nicht gezeigt und bin durch die Absperrung. Immer wieder sah ich waehrend ich verstoert ging zum Toten hinueber. Er lag regungslos am Boden. Ueber ihn eine Decke. Ein Bein und ein Arm hingen raus. Er trug Wanderschuhe und hatte ein Hemd an. Wo der Kopf war, lag eine grosse, zaehe Blutlache. Ich habe es verdraengt. Es war nichts besonderes fuer mich. Danach trainierte ich mit den Jugendlichen. Es viel kein Wort ueber den Vorfall, aber alle wussten bescheid. Danach bin ich tod muede im Bus nach Hause. Ich bin sogar eingeschlafen. Als ich aber zu Hause war fuehlte ich mich seltsam. Und fuehle mich immer noch komisch. Ich habe keine Angst. Trotzdem! ein seltsames Gefuehl jemanden zu sehen der nicht lebt, nicht atmet. Einfach totes Fleisch, das schon beginnt zu verwesen. Wer weiss wo seine Seele oder sein Bewusstsein jetzt ist. Ich hatte das Beduerfnis zu reden. Ich rief jemanden an. Danach ging es besser. Eigentlich wollte ich es keinem erzaehlen, aber ich musste es tun…. Ich bin momentan total lustlos etwas zu unternehmen. Ich krieg dieses Bild mit dem Typen, der Decke und dem Blut aus dem Kopf nicht raus!”
Ich muss dazu sagen, dass das ganze weit im Sueden statt fand. Dort ist es gefaehrlich. Ich kann auch nur dort arbeiten, weil ich mit meinem aussehen unter Kolumbianern nicht auffalle.Unmoeglich fuer einen blonden hellhaeutigen Exchangee dort zu arbeiten. Es ist vorboten fuer mich spaet abends in diesem Stadtteil zu arbeiten oder mich dort aufzuhalten. Wen man sich unauffaellig verhaltet und vorsichtig ist kann nicht viel passieren.


Handgranate

Ein anderes mal war ich nahe am Einkaufszentrum Andino. Ich schlenderte gemuetlich an einem Kaffee vorbei. Es war sonnig und die Menschen sassen drausen gemuetlich zu Kaffee und Tee. Es war richtig idyllisch. Zwei Tage spaeter am gleichen Cafe an dem ich vorbei ging hat einer eine Handgranate geschmissen. Es gab einige Tote und viele Verletzte.


Uni National

Als ich letztes Jahr in die Uni National eintreten wollte war der Eingang voll von Polizei und Panzerwagen. Aus dem Buero, wo ich wegen einer Info dort war, hoerten wir deutlich ein Schusswechsel (ca. 30 min. lang). Ich habe mich verdammt komisch gefuehlt. Vor vielen Jahren gab es in dieser Uni ein Masaker. Die Polizei hatte sehr viele Studenten getoetet. Seit dieser Zeit reagieren die Studenten sehr empfindlich, wenn Polizisten sich im Gelaende aufhalten. Zwei Monate vor unserer Ankunft in Kolumbien hat es die Polizei “gewagt” in die Uni einzutreten. Ein Student warf eine selbstgebaute Bombe auf den Nacken eines Polizisten. Der war sofort tod.


Autobombe

Und da war noch die “nette” Autobombe letztes Jahr die hochging, als ich zur Arbeit fuhr – nur 10 Strassen weiter! Ein Auto parkte vor einem belebten Café. Es gab einige Tote und viele Verletzte. Von dem Café war nicht viel uebriggeblieben es war total zerfetzt.


Wahltag

An einem Wahltag hat mir meine Gastfamilie abgeraten auf die Strasse zu gehen. Um die Wahlbeteiligung zu reduzieren, gibt die Guerilla Bombendrohungen aus. Viele waren auch ziehmlich eingeschuechtert. An diesem Wochenende waren die Strassen relativ leer. Ich habe mich auch nicht so getraut und beschloss ein gemuetliches Wochenende zu Hause zu verbringen. Es gab keine Vorfaelle.Uebrigens es darf an Wahltagen kein Alkohol verkauft werden.


Lotto

Vor kurzem gewann eine Familie aus einem sehr armen Viertel im Lotto viele viele millionen. Meine Chefin in meinem Projekt sagte mir, dass diese Familie den Viertel oder besser noch das Land verlassen muss. Aus dem einfachen Grund, dass die Guerilla oder sonst irgendwelche Kriminelle an ihnen interessiert waeren. Hart oder nicht? Man gewinnt im Lotto und muss seine Heimat verlassen. Es gibt viele reiche Leute hier, die es aber nicht zeigen, dass sie reich sind um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Sie leben auf unsicherem Fuss.Viele Autos sind hier auch voll gepanzert.


Fotos

Wenn ihr Fotos schiesst passt gut auf was, wen und wo ihr fotografiert. Gestern schoss ich einige Fotos auf der Strasse – es war ein Strassenschild, das meine Aufmerksamkeit erregte. Fuenf Sekunden danach, nach dem ich meine Digitalkamara verstaut hatte, standen vor mir zwei Soldaten mit Maschinengewehren vor mir und meinten nur: “Mitkommen!” Als ich nach rechts sah verstand ich – es war ein Militaergelaende. Ich wurde in ein Gebaeude gebracht und zwei Soldaten haben mich “verhoert”. Die waren ziehmlich veraergert und haben mich alle moeglichen Sachen gefragt. Als sie dann sahen, dass ich Auslaender bin und ich keine fotos von dem Gelaende geschossen habe und von den kolumbianischen Frauen schwaermte waren sie ziehmlich relaxt. Ich wurde sogar eingeladen das Gelaender zu besichtigen wann immer ich will.


Urlaub

In manchen Gebieten sollte man vermeiden alleine zu reisen, wie z.B. in der Guajira (Wuestengebiet). Besonders allein als Frau. Traut nicht jedem der euch ins Gesicht lacht. In einem Dorf habe ich mich mit jemanden “angefreunded”. Als wir allein an einer Landstrasse waren wurde der Typ ziehmlich agressiv, anhaenglich und verlangte Geld. Er sah nah links und nach rechts der Strasse.Dann meinte er, er habe ein Revolver spaeter sagte er, er habe ein Messer und fuchtelte mit der Hand am Rueken herum. In Wirklichkeit wollte er mir Angst einjagen und hatte keine Waffe dabei. Ich meiner Seits sah auch nach rechts und nach links um sicher zustellen, dass keine Freunde von ihm irgendwo standen. Ich war richtig agressiv geworden und haette ihm am liebsten in den Hals gebissen Nach kurzer Ueberlegung habe ich ihn doch nicht zusammenfallen lassen, er war kleiner und schmaechtiger als. Das Problem war: ich konnte von diesem Kaff nicht weg- es gab keine Busse an diesem Tag und ich musste per Anhalter mit. (Was auch nicht ungefaehrlich war). Haette ich ihn verpruegelt, haette er vielleicht seine Kumpels geholt. Er war mir so laestig wie eine Fliege, besonders Respekt hatte ich vor ihm nicht. Es haette anders ausgesehen wenn der Kleine eine Waffe gehabt haette. Ich ging einfach weiter und musste ihn dauernt von mir schuetteln. Als wir an einer lebebten Kreuzung ankamen ist er fluchend weiter gegangen und ich hatte meine Ruhe vor diesem Spinner.
Spaeter in der Hauptstadt der Guajira wurde ich fast noch einmal ueberfallen. Aber mit ueberhoehter Aufmerksamkeit nach dem letzten Vorfall habe ich die beiden Typen, die mich verfolgt haben, durchschaut. Ich war noch neu in der Stadt und kannte die “dunklen” Gebiete nicht. Ich ging ohne es zu wissen in ein solches Gebiet. Ich bemerkte das ich verfolgt wurde. Ich drehte mich um und ging direckt an einem vor bei. Ich setzte mich an den Strand und genoss das Meer und die frische Brise, bis ich merkte, dass die zwei 30m hinter mir standen. Fuer ihre Aktion waren noch zu viele Leute am Strand. Total angekotzt stand ich auf und ging in Richtung wo viele Leute waren. Sie folgten mir noch etwas , gaben aber nach einer Weile auf.
TIP: Falls ihr ueberfallen werdet, gebt das Geld ohne wenn und aber sofort raus. Macht aber keine schnellen und ruckartigen Bewegungen!

Das waren einige persoehnliche Erfahrungen die ich gemacht habe. Aber ich war nie in einer wirklich gefaehrlichen Situation. Ich muss noch einmal betonen: Wer sich nicht in kuriose Gegenden begibt (besonders nachts), die Augen aufhaelt und sich nicht auffaellig verhaelt, kann einem normalerweise nichts passieren.

Fragen

In der Top 3 der an euch häufigsten gestellten Fragen steht:

Wie heisst du? Warum hast du Kolumbien ausgewaehlt? Was denken die Deutschen ueber Kolumbien?
Ihr koennt euch darauf einstellen ,dass die Fragen 2 und 3 kommen, so sicher wie das Amen in der Kirche. Wen ihr so wie ich keine Lust mehr habt auf Fragen 2 zu antworten sagt ihr einfach: “Es war ein Zufall. Meine Organisation hat es fuer mich bestimmt.


Die Kolumbianer sind traurig

Die Kolumbianer sind sehr traurig uber ihr Image in der Welt. Alle denken zuerst an Koka, Gewalt und Kaffee. Sogar die Nachbarlaender wie Brazilien pflegen diese Vorstellung. Meine Chefin war total genervt als sie in Brazilien war. Die einzigen Fragen an sie waren eben die bekannten. Sie sagte mir: “ Es ist so traurig, dass die ganze Welt so ueber uns denkt. Kolumbien hat so viel zu bieten!!” Es ist schwierig fuer einen Kolumbianer ein Visum fuer irgend ein Land zu bekommen. In Flughaefen werden Kolumbianer zur Seite genommen und bekommen eine “Spezialbehandlung”. Es kommen z.B. Fragen auf wie: “Wieviel Kilo Kokain haben sie dabei?” Das Gepaek eines Kolumbianers zu durchsuchen ist fast schon obligatorisch. Diese Behandlung ist so haeufig und bekannt, dass es die Werbung aufgeschnappt und daraus eine witzige Sache gemacht hat.: Ein Kolumbianer steht am deutschen Flughafen. Der Beamte fragt wo er her sei. Er sagt er sei Kolumbianer und schluckt schon, eine Vorahnung habend, schwer. Der Beamte schaut ihn duester an. Auf einmal wechselt das finstere Gesicht des Beamten und der ganze Raum ist auf einmal voll von exotischen Taenzern und Party. Der Kolumbianer ist total verblueft und traut seinen Augen nicht – er hat etwas ganz anderes erwartet. Der Beamte gibt ihm den Pass freundlich zurueck und tanzt dann spaeter mit einer der wunderschoenen kolumbianischen Taenzerin. (Uerigens hat dieser Spot einen internationalen Preis gewonnen). Selbst in Spanien begegnen Kolumbianer mit Auslaenderfeindlichkeit und sind Billighilfskraefte, aehnlich wie in Deutschland mit Tuerken.


Die Liebeswürdigkeit

Ich denke ich habe viele negative Dinge bis jetzt geschrieben. Aber wie ich schon sagte, dass was Kolumbien ausmacht sind die Menschen hier. Oft werden Auslaender herzlich aufgenommen – jedenfalls in Bogotá. Es ist mir haufig passiert beim Einkaufen, dass die Leute sich strahlend gefreuet haben, wenn sie merkten ich sei ein Auslaender. Fuer sie ist es eine tolle Sache, wenn sich die Welt fuer Kolumbien interessiert.
In meinem Project z.B. herrscht eine tolle Arbeitsstimmung. Ich habe schon viele verschiedene Jobs in meinem Leben gehabt und nirgends gab es solch eine Atmosphaere. Die Leute sind super nett, hilfsbereit und gut drauf. Wenn ich eine Arbeit bekomme werde ich zuvor immer hoeflich gefragt: “Kannst du mir bitte einen Gefallen tun?” Die bekommen schon fast ein schlechtes Gewissen, wenn sie mir etwas auftragen. In meiner letzten Beschaeftigung bei der MAN Nutzfahrzeuge AG hiess es: “Hey Aydemir! Ich brauche noch 300 Teile, aber ploetzlich!” Woeter wie “bitte” oder “danke” kannten diese Affen nicht.
Einmal hatte ich in der Arbeit einen Apfel dabei. Ich schenkte ihn einer Freundin. Sie biss einmal rein und reichte ihn weiter. Der Apfel machte bei fuenf Leuten seine Runde. Ich stand mit grossen Augen da. Anfangs dachte ich “Wie ecklig!”. Doch dann fand ich es cool. Hier teilen die Leute viel mehr miteineander. Hat einer einen Keks dabei, wird er bruederlich geteilt, egal wie klein er am Schluss ist. In Deutschland habe ich anfangs allen meinen deutschen Kollegen von meiner Brotzeit etwas abgegeben, wenn sie mich darum gebeten haben. Und die haben mich oft und schamlos gefragt. Als ich dann mal kein Essen dabei hatte und meinerseits ausnahmsweise gefragt habe, hiess es immer: “Nein! kauf dir doch selber Essen!” Das gleiche gilt fuer die letzte Zigarette. Deutsche ruecken nie mit der letzten Zigarette raus. Ich kenne viele Deutsche die zwei Zigarettenschachteln dabei haben. Eine ist voll und nur fuer die eigene Person gedacht. In der anderen ist nur eine Zigarette und die wird denen gezeigt, die um eine fragen mit dem Kommentar: “Sorry das ist meine Letzte!”. Doch beobachtet man sie eine Weile, merkt man wie sie immer wieder Zigaretten aus der angeblich leeren Schachtel zaubern.
Ich habe in den letzten sieben Monaten in Bogotá noch nicht erlebt, dass einer in meiner Arbeit ausgerasstet ist. Wenn sie mal sauer sind, das kommt selten vor, koennte man meinen sie sind nur etwas schlecht drauf. Meine Chefin z.B. regt sich ab und zu auf, wenn ich zuspaet komme (ich bin nie puenktlich) und sie versucht jedes mal ernst und boese zu wirken. Ich finde sie dann einfach nur suess.
Als ich meine Chefin fragte, ob ich zwei Tage in der Woche fuer die letzten 4 Monate frei bekommen durfte, war die Antwort ein eindeutiges NEIN. Einen Tag genehmigte sie mir – mehr nicht. Ich war etwas veraergert und fragte warum nicht zwei. Sie sagte: “Fatih, ich habe dich sehr lieb und du bist nur noch 4 Monate da. Und ich will dich so oft wie moeglich um mich haben.” Toll oder nicht!!! Wo findet man bitte eine Chefin in Deutschland, die einem so etwas sagt? – Am schluss habe ich sie doch noch weich bekommen und nur 3 Tage die Woche gearbeitet.
Anfangs hatte ich in meiner Arbeit ein Problem mit dem Koerperkontekt. Ich dachte alle Frauen die mich umarmten, wollen was von mir. Es war mir peinlich. Ich dachte sie wuerden etwas von mir erwarten, bis ich dann verstand, dass es hier zur Kultur dazu gehoert mit dem anderen Geschlecht viel freundschaftlichen Koerperkontakt zu haben. Es ist sogar so, dass es mir sehr gefaellt. Mit Freundinnen, wo ich weiss die wollen nichts von mir, wird gekuschelt, gestreichelt und umarmt. Mit Frauen, die auf mich stehen und nicht mein Typ sind, habe ich immer noch Distanz (ich will nicht, dass sie auf falsche Gedanken kommen).


Pärchen in Bogotá

Paerschen haben es schwer in der konservativen kolumbianischen Gesellschaft. Man sieht viele Paare in der Oeffentlichkeit, die auf einer Bank, auf einer Wiese, auf Treppen kuschelnt und knuschend sitzen. Fuer viele Verliebte ist es schwer bei sich zu Hause pysischen Beduerfnissen nach zu kommen. Ich darf z.B. nicht alleine mit meiner Freundin bei ihr zu Hause, im Zimmer sein.
Meine Gastschwester muss immer die Tuer auflassen, wenn ihr Freund in ihrem Zimmer ist. Meine wachsame Gastoma wirft immer ein unauffaelliges Auge in ihr Zimmer beim Vorbeigehen, um sicher zu stellen, dass im Haus Zucht und Ordnung herrscht. Ich meinerseits nehme mir frecherweise das Recht die Tuer immer geschlossen zu halten, wenn ich Besuch habe. Nun seit ihr neugierig darauf, wo tun es die Kolumbianer? Fuer sexuelle Taetigkeiten gibt es eine grosse Auswahl an Stundenhotels. Klingt nicht besonders romantisch, aber was sollen die armen Paerschen sonst machen?

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